Sich neu auf die Welt bringen - Portrait des Künstlers Matthias Ranegger

Portrait Matth.

Dr. Matthias Ranegger suchte immer schon die Verbindung zu den Menschen aber auch zu den Dingen, die ihn umgeben. Als ehemaliger Arzt der Allgemeinmedizin genauso, wie heute als Künstler. Ein Mann, der sich nach einer schweren Krankheit neu auf die Welt gebracht hat.

Der Weg

Dieses, in Verbindung treten mit seiner Umwelt, war schon in seinen jungen Jahren Sehnsucht und innerer Antrieb. Als Kind entdeckte er die fantastische Welt in scheinbar unauffälligen Dingen, die er in der Natur fand: Fantasiegestalten, Gesichter und Figuren erkannte er darin. Diese Entdeckungen förderten seine Fantasie und sein Gestaltungstalent. “…diese Dinge waren meine Freunde...“, so beschreibt es mir der Künstler.

Zwei Menschen unterschiedliche Wege. Dazu ein kurzer Rückblick:1991 übersiedelte der Allgemeinmediziner Dr. Matthias Ranegger mit seiner Familie - Ehefrau Elisabeth und die beiden Kinder Matthias und Elisabeth - nach Birkfeld, um dort eine Hausarztpraxis zu eröffnen. Die dritte Tochter Judith wurde bald geboren. Ich war damals Geschäftsführerin einer Zimmerei und unsere Firma durfte die Holzarbeiten für seinen Hausbau in Birkfeld durchführen.

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Der Arzt und die Geschäftsfrau

Was ist das Verbindende zwischen ihnen? Beide durchlebten in den darauffolgenden Jahren - jeder für sich – ihre persönliche Katharsis und brachten sich schlussendlich, unabhängig voneinander, in ihrer Lebensmitte „neu auf die Welt“.

Der mutige Schritt der Geschäftsfrau zur Lebens-Reiseleiterin und Buchautorin; der Arzt, der immer schon im privaten als Künstler tätig war, wagte den nicht weniger mutigen Schritt und beendete seine berufliche Laufbahn als Arzt, um seiner Herzensbestimmung als Künstler zu folgen.

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SumVos – ich bin ihr. Die Verkörperungen Raneggers konfrontieren die Betrachterin, den Betrachter durchaus mit „sich selbst“. Dieser Prozess wird verstärkt in jenen Worten, in denen sich das dargestellte Objekt zum Ausdruck bringt. Wie in seiner Kindheit, offenbaren sich dem Künstler auch heute noch die Fundstücke und „sprechen“ zu ihm. Unmittelbar, in der Meditation, manchmal nach einer  längeren Zeit.

Ranegger: "So wie es mir einfällt, so schreibe ich es, so steht es. Es wird im Nachhinein nichts verändert oder hinzugefügt.

Der geübte Besucher von Ausstellungen mag kritisch dagegenhalten, dass damit der Raum für individuelle Interpretation eingeschränkt wird. Ranegger: “Das ist bewusst so gewollt.“ Wort und Objekt sind eine Verbindung eingegangen und bilden somit das Ganze. SumVos.

Das Betreten von Resonanzräumen

Sich auf die Werke Matthias Raneggers` einzulassen, bedarf der Gabe des Staunens und des sich Öffnens. In Beziehung mit den Objekten zu gehen, um sich der innewohnenden Botschaft des Dargestellten öffnen zu können. Dies kann mitunter kräfteraubend sein. Man sollte sich Zeit nehmen, vielleicht ein zweites oder drittes Mal hinschauen und lauschen.

So wie dem Künstler und Menschen Ranegger, wird sich dem Schauenden, Lauschenden die Seele der Verkörperung offenbaren und womöglich einen Blick durch es hindurch erlauben.

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Wie und wo findet der Künstler sein Material? Er bestätigt mir in unserem Gespräch, dass nicht er es findet, sondern dass sich die Dinge ihm offenbaren. Er tritt ein in ihren Resonanzraum und erkennt, was zum Ausdruck gebracht werden will.

Nicht das Material wird dem Künstler gerecht, sondern der Künstler wird dem Material gerecht. Das Material überlässt sich der Gestaltungskraft des Künstlers. Das erfordert Demut. Demut heißt nicht, sich zu unterwerfen, sondern in Liebe zu dienen. Das ist auch die Intention von Matthias Ranegger.

Man muss sich bewusst Zeit nehmen und sich staunend den Objekten öffnen, um in ihren Resonanzraum eintreten zu können.

Seine Fundstücke wurden von den Elementen Luft, Wasser, Feuer, Erde und noch mehr geformt. Diese Krisensituationen in der Natur haben den Dingen ihre ureigene Melodie und Sprache verliehen, die der Künstler in Wort und Gestalt neu auf die Welt bringt.

Dabei begibt er sich auf eine Gratwanderung zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig. Was bleibt, was wird verändert oder hinzugefügt. Ein hingebungsvolles Lauschen und Schauen, ein sich vollkommen verbinden und in Beziehung treten, in der Stille seiner Werkstatt ist dabei vonnöten.

Zum Abschluss hat der Künstler das Wort:

Aufklärung

Wenn eine unbekannte Sprache dich, durch ihren Klang und ihre Melodie, die Bedeutung des Gesprochenen erahnen lassen kann und dabei doch den Zweifel an der Richtigkeit bestehen lässt, so ist es dir auch möglich, eine andere Wahrheit erahnen zu können, mit dem Versuch des Verstehens, aber der Unsicherheit an der vollkommenen Gewissheit. (SumVos)

Eckdaten zum Künstler

Dr. Matthias Ranegger

Geboren: 24.2.1957 in Graz | aufgewachsen als Kaufmannssohn in Wies, Südsteiermark | 1967 Schülerinternat in Graz Matura | 1975 Inskription an der Karl-Franzens-Universität in Graz für das Studium der Medizin | 1985 Heirat mit Elisabeth. Die Geburt zweier Töchter und eines Sohnes folgte in den folgenden Jahren | 1991 Übersiedlung nach Birkfeld und Eröffnung der Hausarztpraxis mit Zusatzangeboten in chinesischer Akupunktur und therapeutischer Hypnose | Das private Interesse galt auch den schamanischen Traditionen, der Spiritualität und den unterschiedlichsten Weltanschauungen.

  • Ab 2019 Ausstellung im privaten Atelier in Birkfeld
  • 2020 erste öffentliche Ausstellung in der Galerie Reitbauer in Birkfeld
  • 2021 öffentliche Ausstellung im 12er-Haus Pöllau
  • 2022 Weberhaus Weiz
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Das Buch Verkörperungen Objekte und Gedanken von Matthias Ranegger erhältlich beim Künstler unter: Matthias Ranegger matthiasranegger@outlook.com

Der Künstler freut sich über einen Besuch in seinem privaten Atelier in Birkfeld. Führungen gerne nach telefonischer Vereinbarung +43(0) 676 54 27 468  


Über die Autorin:
"Mit Rucksackgeschichten mutig aufbrechen und zur inneren Freiheit pilgern."Ingeborg Berta Hofbauer

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