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Übergänge – Impressionen einer Pilgerwanderung

Pilger, hörst du den Ruf….

Wieder hatte mich der Ruf erreicht und ich breche auf zu einer Pilgerwanderung. Für mich heißt, zu einer Pilgerwanderung aufzubrechen, nicht wandern zu gehen, sondern mich auf einen spirituellen Weg zu machen, um mir selbst zu begegnen. Mir selbst und Gott. Das ist mein tieferes Verständnis von Pilgern. Pilgern als Metapher für den Lebensweg. Peregrinus – aus dem Lateinischen – bedeutet Fremder in der  Fremde.

Diesmal bin ich keine Fremde, sondern Einheimische. Ich pilgere den Heilbrunnweg in der Oststeiermark in meiner Heimat.

Mein Pilgerstab ist aus Ulmenholz:  Ich bin nach dem keltischen Baumkreis eine Ulme. Dieser Pilgerstab ist das sichtbare Zeichen, dass ich nicht Wanderin sondern Pilgerin bin.

Der Weg: Ein neu geschaffener Pilgerweg, rund um ein Heiligtum, ganz in der Nähe meines Wohnortes: „Maria Heimsuchung“ in Heilbrunn

Der Wegweiser: Ein blauer Wassertropfen

„Übergänge im Leben“ ist mein Thema auf diesem Pilgerweg.

„Ein Übergang ist jener Ort, an dem der Wald die Wiese ruft und die Wiese dem Wald antwortet.“

(Aus dem Buch „Der unendliche Augenblick“ von Natalie Knapp)

Als Pilgerin bin ich nun schon 57 Jahre auf dieser Erde unterwegs und habe schon einige Metamorphosen durchgestanden.Den „Übergängen in meinem Leben“ spüre ich auf diesem Weg nach und die Natur ist meine Impulsgeberin.

Ich starte beim Hotel-Gasthof Bauernhofer auf der Brandlucken und gehe, vorbei am Kornreitherhaus, zur kleinen Kapelle. Immer den blauen Wassertropfen folgend, führt der Weg durch den Wald, parallel zur Landstraße. Ich achte auf den „Übergang“ zwischen der Schnelligkeit der vorbeifahrenden Autos und der Langsamkeit meines Ganges im Rhythmus meines Herzschlages.

 

Übergänge: Stille und Lärm  – Natur und Technik – Vegetation und Asphalt – Langsamkeit und Schnelligkeit – Himmel und Erde.

Der Heilbrunnweg hat eine Überraschung bereit. Bei den einzelnen Stationen, die an besonderes schönen Plätzen installiert wurden, erwarten mich spirituelle Impulse. Digital kann man sich den jeweiligen Impuls über einen QR Code auf das Handy laden. Eine angenehme Männerstimme rezidiert einen Text.

Eine schöne Idee und eine Möglichkeit abzuschalten, den Gedanken eine andere Beschäftigung zu geben und sie vom Alltag abzulenken.

Auf einer Bank sitzend, betrachte ich die Landschaft und gehe in Dialog mit meiner inneren Landschaft.

 

Die Straße ist bis zu dieser Stelle noch immer präsent. Auch das ist eine gute Metapher zum Thema „Übergang“. Das langsame Lösen von der Hektik hin zur Stille. Ab der zweiten Station führt der Weg, vorbei an einer Kapelle, in die Natur.

Kühe lagern mitten auf dem Weg. Mich beschleicht Angst, denn ich hatte als Kind ein sehr schlimmes Erlebnis mit einer Kuh.

Der Übergang von der Angst zum Mut.

Fest nehme ich meinen Pilgerstab in die Hand und gehe sicheren Schrittes an den Kühen vorbei. 2 Kalbinnen stehen auf, als würden sie mir die Ehre erweisen. Neugierig schauen sie mich an und lassen mich unbehelligt vorbeiziehen.

An einem Brunntrog verweile ich abermals und kann von hier die Wallfahrtskirche: „Maria Heimsuchung“ im Ort Heilbrunn sehen.

 

Zum Mittagsleuten ziehe ich auf dem Kirchplatz ein und erfrische mich am heilenden Wasser des Brunnens. In der Kirche möchte ich eine Kerze anzünden und etwas spenden. Da bemerke ich, dass ich meine Geldtasche im Auto liegengelassen hatte. Anfangs verärgert, weil ich vor der Weiterwanderung zum Mittagessen beim Gasthof Bratl einkehren wollte, muß ich wohl oder übel hungrig weiterwandern. Ein Themenweg, von Kindern gestaltet, erwartet mich gleich hinter dem Gasthof Bratl. Bunte Ikonen säumen den Weg.

Den blauen Wassertropfen folgend, gehe ich still von Station zu Station, von einem digitalen Impuls zum nächsten. Der Akku meines Handys ist schon fast leer. Digitale Kontemplation. Warum nicht?

Und immer wieder begegne ich dem Thema „Übergang“.

„Wo der Wald die Wiese ruft und die Wiese dem Wald antwortet“

Wieder beim Auto angekommen merke ich, dass ich die ganze Zeit meine Geldbörse im Rucksack hatte. Es war ein Geschenk es nicht gefunden zu haben und ich dadurch meinen Weg nicht unterbrochen hatte. Bei der Rückfahrt hole ich in der Kirche und im Gasthof Bratl zufrieden das Versäumte nach.

Mein Tipp: Diesen Weg sollte man alleine gehen.

 

https://www.bergfex.at/sommer/steiermark/touren/wanderung/128221,heilbrunnweg/

http://www.hbweg.at/de/index.html

http://www.heilbrunnweg.at/

Zu meinen Büchern „Rucksackgeschichten“

 

 

Pack es an und coach dich selbst

In den letzten Jahren coache ich zunehmend Menschen, die sich in einer beruflichen und persönlichen Veränderungsphase befinden. Dabei ist mir aufgefallen, dass das KundInnenprofil in folgenden Punkten übereinstimmt.

Alter 45 Plus, weiblich, bestens ausgebildet und sehr erfolgreich.

(Foto:WKO)

Warum kommen ausgerechnet diese Frauen zu mir?

Ganz einfach ausgedrückt.

Sie haben die Nase voll.

Warum?

Weil sie nicht ihren Fähigkeiten entsprechend wertgeschätzt werden, weil sie sich schlecht verkaufen können, weil sie von Kollegen, leider auch von Kolleginnen gemobbt und ausgetrixt werden, weil sie ihre Ideen nicht umsetzen dürfen, weil Sie nicht „nein“ sagen können,  weil sie kurz vor dem Burn-out stehen. Weil sie sich beruflich verändern wollen. Weil sie den Sinn ihrer Arbeit nicht mehr sehen, weil sie sich selbstständig machen wollen.

Viele Jahre haben sie mitgespielt, brav hinuntergeschluckt und die, meist von Männern festgesetzten Spielregeln, im schweigenden Groll akzeptiert.

Warum landen wir immer und immer wieder in denselben beruflichen Situationen und warum spielen wir widerspruchslos mit und reden uns noch dazu ein, dass es genauso sein muss, weil man sonst „draußen“ ist.

Meine Antwort darauf: „Es sind biografische Prägungen, die unser Verhalten, unser Selbstvertrauen und nicht zuletzt alle unsere beruflichen Entscheidungen unbewusst beeinflussen.

Fazit: Irgendwann geht es einfach nicht mehr und die Rückenschmerzen durch das ständige „Verbiegen“ sind nicht mehr auszuhalten.

Die Ursachen dieses selbstzerstörerischen Verhaltens erforsche ich nun seit über 15 Jahren und habe neben den beiden Büchern Rucksackgeschichten®, die diese Themen beleuchten, 2016 die Ausbildung zur Biografiebegleiterin gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass die Biografie einer Person unbewusst auf den beruflichen Kontext Einfluss nimmt. Damit jede Frau und jeder Mann die Möglichkeit hat, diesen Einflussfaktoren auf die Schliche zu kommen, entwickelte ich ein mehrphasiges Coachingpaket zu einem leistbaren Preis.

Die erste Phase des Coachings kann von den KlientInnen in Eigenregie durchgeführt werden. In einem, von mir entwickelten „Arbeitsbuch für Erwachsene“, durchläuft die sich selbst coachende Person einen strukturierten biografischen Erkenntnisprozess. Dabei kommen sowohl innere Bremser als auch verborgene „Schätze“, wie Talente, Fähigkeiten und Stärken ans Licht.

Zum Coachingpaket

„Allein den inneren Bremsern auf die Spur zu kommen, würde einen längeren teureren Coachingprozess in Anspruch nehmen.

 

Dieses Coachingpaket ist eine bewusst niedrig gehaltene Einstiegshürde und soll Lust auf MEHR wecken.

Beim Auswertungsgespräch gehe ich mit meinen KlientInnen gerne in die Natur. Um das, was in diesem Selbstcoachingprozess in Bewegung gekommen ist, beim Gehen in einen kreativen weiterführenden Prozess zu bringen.

Wenn das Leben Veränderung braucht, ist die Natur eine starke Gefährtin.

Nach diesem Auswertungsgespräch ist manches klarer geworden und es können mitunter Ziele formuliert werden. Natürlich kann nach dieser ersten Phase auch aus dem Prozess ausgestiegen werden oder, was häufiger vorkommt, dieser verschoben werden, weil sich durch die Erkenntnisse des Selbstcoachings die Sichtweisen verändert haben und neue Voraussetzungen, vielleicht Strukturen, geschaffen werden müssen. 90% meiner KundInnen sind Frauen. Nicht nur Unternehmerinnen, sondern auch Frauen, die sich beruflich neu orientieren wollen. Der Umstand, dass ich selbst mehrere Unternehmen geleitet, gegründet, begleitet und mitaufgebaut habe, ist ein großer Vorteil.

Auch mich begleitet permanente Veränderung schon das ganze Leben.

Life begin’s out of your Comfortzone

Fazit: Berufliche, sowie auch private Themen und Herausforderungen werden mit der eigenen Biografie in Zusammenhang gebracht, woraus wertvolle Pläne für die Zukunft gemacht werden können. Das begeisterte Feedback der KundInnen spricht für sich.

Nehmen Sie Kontakt auf

Opatija – Liebe auf den zweiten Blick

Die Geschichte Opatijas (Betonung liegt auf i) ist untrennbar mit der K&K Herrschaft der Habsburger, also mit Österreich verbunden. Kennt man sie nur oberflächlich, findet man als sensible Besucherin diesen Ort mehr ehrvergessen als mondän.

Zwar begegnet man überall dem Glanz von einst, doch dieser scheint von der modernen Tourismusindustrie komplett assimiliert worden zu sein. Übrig geblieben ist manch heruntergekommene und baufällige Villa und abgewohnte Palasthotels, die im Erdgeschoß Wettbüros, Souvenierläden oder, wie im Hotel Stephanie, (heute Imperial) einen Erotikshop beherbergen. Daneben entstanden hässliche Hotelanlagen, konzipiert für den „Instant-Tourismus“.

Diesen Eindruck nahm ich von meiner ersten Reise vor 5 Jahren aus Opatija mit. Im März dieses Frühjahrs machte ich einen neuen Versuch. Diesmal tauchte ich bewusst in die Vergangenheit ein, die sich mir durch viel Geschriebenes über Istrien, insbesondere über Opatija, erschloss.

Es war Liebe auf den zweiten Blick

Bei der Suche nach Unterkünften lohnt es sich, in kleinen Pensionen und restaurierten Villen nachzufragen oder auch auf die angrenzenden Orte Icici oder Lovran auszuweichen.

Wollen Sie sich Opatija aber  richtig schenken, dann logieren Sie im Hotel Kvarner oder im Hotel Miramar. Da bleiben keine Wünsche mehr offen.

Opatija ist begünstigt durch ein besonders gesundheitsförderndes Mikroklima und aufgrund der besonderen Lage, am Fuße der steil abfallenden Hänge der Ucka Berge, vor den kalten Nordwinden geschützt.

Abbazia ist italienisch und heißt Abtei (kroat. Opatija). Aus dem slowenischen Krain kamen einst Benediktinermönche in dieses Gebiet und fanden, außer einigen armseligen Hütten, kaum Besiedelung vor. Von den Grundherren in Kastav wurde ihnen, lt. Vertrag, der Küstenstrich des heutigen Opatija zuerkannt. Die Abtei (Abbazia) und die, dem Heiligen Jakobus geweihte Kirche, stehen noch heute.

Der weitere Verlauf der Geschichte Opatijas/Abbazias ist untrennbar mit einem Gebäude und einem Namen verbunden.

Das Gebäude heißt Villa Angiolina und der Name ist Friedrich Julius Schüler.

Aber dazu muss ich noch weiter zurück in die Vergangenheit gehen. 1844 baute ein reicher Kaufmann aus Rijeka (Iginio Scarpa) eine Sommervilla im heutigen Opatija und legte einen wunderschönen Park um die Villa an. Villa und Park tragen den Namen seiner geliebten, leider tragisch verstorbenen Frau. „Angiolina“.

1881 begann Friedrich Julius Schüler, der Generaldirektor der Südbahngesellschaft, Grundstücke in dieser Gegend aufzukaufen. Er erwarb von den Erben Scarpas die Villa Angiolina und den Park, der fortan öffentlich zugängig war.

Die feine Wiener Gesellschaft war durch den Reiseschriftsteller Heinrich Noe‘, der von dieser Region und dem Klima schwärmte, aufmerksam geworden.

Der äußerst geschäftstüchtige Südbahndirektor Schüler erkannte die große Chance und plante, nach dem Vorbild anderer europäischer Eisenbahngesellschaften, die mit ihren Railway Hotels sehr erfolgreich waren, ebenso in Abbazia Palasthotels zu errichten. Die Südbahnstrecke nach Rijeka wurde um die Strecke nach Matulje, der Bahnhof von Abbazia, erweitert.

Die Wiener Aristrokatie und reichen Bürgerinnen und Bürger, entflohen dem Winter in Wien und trafen einander an der Österreichischen Riviera zum Stelldichein.

Abbazia wuchs zu einem beachtlichen und europaweit anerkannten Kurort heran, was auch den hervorragenden Kontakten Schülers zu namhaften Ärzten jener Zeit, wie Glax und Billroth zu verdanken war.

Der damit einhergehende Immobilienboom bescherte der Südbahngesellschaft, durch den Verkauf der einst erworbenen Grundstücke, gutes Geld. Damit konnten Bauprojekte, wie das Quarnero (Hotel Kvarner), das Hotel Stephanie und einige andere Dependancen finanziert werden. Das Hotel Stephanie, benannt nach der Frau und späteren Witwe des Erzherzogs Rudolf, heißt heute Imperial und ist leider sehr abgewohnt. Es lohnt sich dennoch die Treppen hochzusteigen und sich im Inneren des Hotels umzusehen. Mit etwas Phantasie kann man dem Glanz und Glamour von einst nachspüren. Obwohl man sich natürlich fragt, ob die Angestellten überhaupt wissen, welche Persönlichkeiten hier einmal abgestiegen sind.

1884 wurde das prachtvolle Hotel Quarnero, mit dem schönsten „Ballsaal der Welt“, dem Kristallsaal, eröffnet. Noch heute ist es das erste Haus in der Stadt, direkt am Lungomare.

Glanzvolle Bälle wurden hier ausgerichtet und die europäische Creme‘ de la Creme‘ fand sich ein. Eine Fotoausstellung dieser Zeit und viele andere sehenswerte Objekte, findet man im Schweizerhaus im Park Angiolina und in der Villa Angiolina selbst. Beide sind als Museen öffentlich zugängig.

Um die Jahrhundertwende gaben sich im Hotel Stephanie der europäische Hochadel, wie Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm aber auch Künstler, Literaten, Musiker, wie Gustav Mahler oder Dichter, wie Peter Rosegger die Tür in die Hand. Die Tänzerin Isadora Duncan wurde angeblich von den Bewegungen der Lorbeersträucher im Wind inspiriert und frische Kipferl wurden täglich, direkt von der K&K Hofbäckerei Blaschke aus Wien, geliefert. Peter Rosegger las in der Villa Angiolina „Stoasteirisches“ und Militärkapellen spielten in den Musikpavillons.

Der Wiener Lifestyle wurde nach Abbazia verlegt. Überall im Kaiserreich brodelte es, in Abbazia wurde getanzt.

Opatija und der Lorbeer.

Als der Kurort bereits in seiner Hochblüte stand, baute man den „Kaiser-Franz-Josef-Kai, heute  von den Einheimischen liebevoll „Lungomare“ genannt. Diese Küstenpromenade führt 12 km vom kleinen Fischerort Volosko, vorbei an Opatija, nach Lovran.

Nach der Ankunft führt der erste Weg hinunter zum Lungomare, um ins Zentrum von Opatija zu gehen. Satte, dunkelgrüne Lorbeerhecken und Bäume säumen den Weg und der Blick auf das blaue Meer, mit seinen bizarren Küstenformationen, trösten ein wenig über die zunehmende Verbauung hinweg.

Am Eingang der Stadt stößt man auf den „Walk of Fame“, wo für berühmte Persönlichkeiten Kroatiens, wie u.a. Nikola Tesla, ein Stern in den Asphalt eingelassen wurde.

Der wohl meistfotografierte Platz in Opatija ist die „Jungfrau mit der Möwe“

Es ist das Wahrzeichen von Opatija. An ihrer Stelle stand einst eine Marienstatue. „Madonna del Mare“, die zum Gedenken an den Baron Kesselstadt und seiner Geliebten, der Gräfin Fries, errichtet wurde. Beide sind 1891 in den Wellen des Meeres, unweit der heutigen Statue, ertrunken. So steht es im „Goldenen Gästebuch“, das in der Saison 1891 begonnen wurde. Die Marienstatue wurde, aufgrund witterungsbedingter Beschädigungen, 1951 entfernt. Eine Kopie von ihr steht neben der Jakobskirche.

1956 kam an die selbe Stelle die “Jungfrau mit der Möwe“.  Diese Skulptur des kroatischen Künstlers Zvonko Car ist Anziehungspunkt für BesucherInnen aus aller Welt. Über sein Modell hüllte der Künstler sich diskret in Schweigen. Von hier aus schlendert man weiter, vorbei an der Kirche und kommt zur  Villa und Park Angiolina.

Die Kamelien Blüte im Frühling ein einzigartiges Erlebnis.

Die Kamelien von Opatija.

Blumen wurden schon seit jeher symbolisch verwendet und dienten als stille Botschafterinnen. Die Kamelie steht für Reichtum und Glanz. Sie war die Blume der Aristokratie und der reichen BürgerInnen. Die ersten Kamelien von Opatija waren rot. Ihr Name, „Camellia Japonica“, stammte aus Dresden und nicht, wie fälschlicherweise angenommen,  aus Japan. Im königlichen Gewächshaus in Pillnitz bei Dresden, wurde diese Kamelie von den Gärtnern des „Botaniker König“, Friedrich August II gezüchtet. Nach Abbazia kam diese edle Blume als Geschenk für die Familie Iginio Scarpa.

Heute blühen im Park neben den roten Kamelien auch andere Kamelien Arten. Man sollte sich Zeit lassen für die Besichtigung des Parks und seiner Vielfalt an Gehölzen und Bäumen aus aller Welt.

Inmitten des Parks steht die Statue des großen Förderers Abbazias, Friedrich Julius Schüler.

Nicht entgehen lassen sollte man sich den Weg hinaus nach Volosko.

Vorbei am wunderschönen Hotel Miramare, wo man durchaus noch einen Zwischenstopp auf der Hotelterrasse zum Lunch – auch für Nichthotelgäste möglich – einlegen kann.  Tipp: An der Rezeption kann man das Buch die „Kamelie von Opatja“ erwerben. Dieses wirklich liebevoll gestaltete Büchlein erzählt die Geschichte Abbazias und seiner Kamelien und wurde vom Hotelier selbst herausgegeben.

Eine Reise bekommt für mich zusätzlich Spannendes, wenn ich mich in die Geschichte, Kultur, Menschen und „Geschichten“ eines Ortes an dem ich mich gerade befinde, einlese. Das Cafe des Hotels Milenij, inmitten der Stadt, ist ein würdiger Ort dafür.

Zurück auf den Lungomare. Der Weg führt ab dem Hotel Miramare weiter und ist weniger frequentiert. Bis zum Ausgangspunkt der Kaiser-Franz-Josef Promenade sind es noch gemütliche 45 Minuten. Biegt man nach der Gedenktafel um die nächste Häuserecke, tut sich plötzlich der kleine Hafen des malerischen Fischerortes Volosko auf. Am Ende des Hafens gibt es ein tolles Fischrestaurant. Über schmale Stufen steigt man hinauf in das Ortsinnere , wo Ateliers und kleine Kunsthandwerksläden auf die BesucherInnen warten. Der Traumblick auf den Hafen und auf die Adria, ladet zum Fotoshooting ein.

Mehr über meine Wanderreisen nach Opatija und Istrien

Rucksackgeschichten in Büchern

Wandern im Herzen Istriens  in einem meiner nächsten Blogs

 

Spontan aufgebrochen – auf keltischen Spuren

War das alles? Wozu? Was ist geworden aus der ehemals unternehmungslustigen Raupe? Alles andere als ein Schmetterling. (Aus dem Buch Wind an den Sohlen von Klaus Edlinger.

Mich hatte der Imagoeffekt wieder einmal gepackt. Wenn ich länger als 4 Wochen zu Hause mit Alltagskram beschäftigt bin, will die „Raupe“ in mir sich verwandeln. Will sich verpuppen, ihre Ruhe haben, allein sein und als Schmetterling wiedergeboren werden.

Ich hatte keine Termine, meine Mutter war versorgt, also was hinderte mich einfach aufzubrechen? „Das kostet Geld“ meldete sich die Vernunftstimme. „Gerade im Sommer, wo Dürre am Auftragsmarkt herrscht, solltest du vorsichtig mit dem Geldausgeben sein“, ließ sie mich nicht in Ruhe. „Wenn du so anfängst zu denken, dann wirst du immer einen Grund haben, etwas nicht zu tun“ entgegnete die Mutstimme. Schluss mit den inneren Diskussionen entschied ich und fing einfach an zu packen. Ein Blick auf die Österreichkarte zeigte mir, dass ich das Waldviertel kaum kannte. Los ging’s in das südliche Waldviertel. Ziel: Das Yspertal. Ein Tipp von meinem Bruder. Am Nachmittag erreichte ich den Ort Ysper und hatte Glück. Das letzte Einzelzimmer, für zwei Nächte, im Landhotel Yspertal war meins. Ein ehrwürdiges, schön renoviertes Gutshaus, versehen mit drei Sternen, erbaut im 17.Jahrhundert (1645). Solche Locations liebe ich. Ein romantischer Innenhof lud ein zum Speisen. Die Speisekarte überraschte, neben traditionellen Speisen, auch mit vegetarischen Köstlichkeiten. Und sie hielt was sie versprochen hatte.

Es war brütend heiß.

Nach dem Essen wollte ich noch eine kleine Wanderung machen. Die Hitze und die Tristesse dieses kleinen Ortes, verschlafen und menschenleer, schlug sich mir irgendwie auf‘s Gemüt. Es trieb mich zurück in den kühlen Innenhof des Hotels und zu einem guten Buch. Auch das kann beim Alleinreisen vorkommen. Dass man plötzlich richtig einsam ist. So einsam, dass man nicht einmal jemanden anrufen möchte. Doch ich stellte mich dieser Einsamkeit, denn sie gehört, zwar selten, zum Alleinreisen dazu und kann viel über die Situation und einem selbst aussagen.

Aufschluss darüber, bekam ich aufgrund einer Begebenheit beim Abendessen.

Der Wirt bat mich, einer 91- jährigen Dame beim Essen Gesellschaft zu leisten. Ich wollte schon zustimmen, als sich in mir massiver Widerstand regte und ich einen eigenen Platz verlangte. Dies war eine höchst interessante Situation, die Abgrenzung meinerseits einforderte. Mir wurde plötzlich bewusst, dass ich im Grunde auch ein wenig vor meiner Mutter zu Hause geflohen war. Hin und wieder überfordert es mich einfach, dass ich den langsamen geistigen und körperlichen Verfall meiner Mutter so nah miterleben muss bzw. darf. Die meiste Zeit kann ich gut damit umgehen, aber hin und wieder ist es mir zu viel und ich erlaube mir dies einzugestehen.

Da hilft aufzubrechen für ein paar Tage, um Abstand zu bekommen.

In dieser Nacht schlief ich sehr schlecht. Zwischendurch überlegte ich sogar, am nächsten Tag wieder nach Hause zu fahren. Ich kam nicht und nicht zur Ruhe. Unruhig schlief ich bis 8‘30 Uhr. Der Tag begrüßte mich mit einem stahlblauen Himmel und der verlockenden Einladung wandern zu gehen. Die Lebensgeister waren geweckt, ebenso die Abenteuerlust. So brach ich nach dem Frühstück auf, um die Ysperklamm zu durchschreiten. Die Menschenmassen am Eingang, schreckten mich zurück und wieder überlegte ich umzukehren und aufzugeben. „Aufgegeben wird ein Brief“, wies ich mich innerlich zurecht und stieg grimmig in die Klamm ein. Das laute Rauschen des herunterkommenden Wassers überdeckte den Lärm, der vielen Stimmen meiner Mitwanderer. „Warum müssen die Menschen beim Wandern ununterbrochen quasseln“, ging es mir durch den Kopf aber ich merkte, dass langsam innere Gelassenheit in mein aufgewühltes Gefühlsleben einkehrte. Dieses atemberaubende Naturszenario fegte meine negativen Gedanken nur so hinweg. Zwischendurch stieg ich aus dem Pfad und den Stegen aus, um einen Platz an den Wasserfällen zu finden, zu lauschen und zu schauen. Plötzlich bemerkte ich über mir eine Bewegung und als ich hochblickte, entdeckte ich eine Drone. Ich erschrak zutiefst und mir war äußerst unwohl dabei. Ich fühlte mich beobachtet, meine gute Stimmung begann wieder zu sinken und Ärger stieg in mir hoch. Mit großer Mühe zwang ich mich, ruhig zu bleiben. So floh ich regelrecht vor dieser „gefühlten Bedrohung“ von oben. Glücklicherweise gelang es mir, dieses unangenehme Gefühl, einem persönlichen Übergriff augesetzt gewesen zu sein, zurückzulassen.

Am Ausgang der Schlucht angekommen, beschloss ich spontan, den Druidenweg weiterzugehen. Das hieß, weitere 3 Stunden zu wandern. Ein Blick auf meine fast leere Wasserflasche, brachte mich jedoch ins Zweifeln. 3 Stunden, bei über 30 Grad ohne Wasser, ist ein gefährliches Unterfangen. Was tun? Auf einer Bank sitzend, versuchte ich, meiner inneren Stimme lauschend, eine Entscheidung zu treffen. Ich beschloss, im Vertrauen auf ein „Wunder“, einen Kilometer zu gehen. Wenn ich zu keiner Quelle käme, dann würde ich umkehren und wieder durch die Klamm absteigen. Das war mein Plan und so brach ich auf und ziemlich genau nach einem Kilometer, kam ich zu einer Quelle. Dieses Vertrauen hat mir schon so viele Male geholfen und ich kann es rational nicht erklären. Es ist einfach so. Menschen, die viel alleine unterwegs sind und Kontakt zu ihrer inneren Weisheit haben, bestätigen mir dieses Phänomen.

Der „Druidenweg“ ist ein Wanderweg durch eine wundervolle Waldlandschaft, reich an Steinmonumenten und keltischen Kultplätzen. Mich fasziniert alles, was mit Keltentum, alten Mythen und Bräuchen zu tun hat. „Wahrscheinlich sind auch in mir noch Spuren von keltischen Genen vorhanden“, hoffte ich im Geheimen. Fast andächtig betraten die wenigen Wanderer, die sich auch  für diesen Weg entschieden hatten, die heiligen Plätze.

„Äußerer Steinkreis“ und „Innerer Steinkreis“ eines keltischen Versammlungsplatzes, „Sitzender Hund“, „Phallus und Vulva“ „Heiliger Bezirk“, „Sphinx“, „Große Schale“.

Inschriften auf Tafeln erklären die Natur- und Steinformationen. Zwischendurch ein Blick auf den großen Peilstein. Die keltische Rune „MAN“ begleitete mich als Wegweiser. Die Rune „MAN“ bedeutet geistige Entwicklung.

„Wenn ich mit mir eins bin, wenn ich mich fühle, dann bin ich nie mehr einsam. Auch wenn ich allein bin“ (Alfried Längle)

Ja, nun war ich wieder völlig eins mit mir und der Natur und und wanderte durch diesen Wald, vorbei an mystischen Zeugen eines alten Volkes, das hier einst lebte. Als ich nach Stunden aus dem Wald in die Landschaft des Strudengau hinaustrat, erwartete mich ein christliches Wegkreuz unter einer mächtigen Ulme. Hier erreichte mich der Anruf meines Zimmervermieters, der mir ziemlich zerknirscht mitteilte, dass ich ausziehen müsse, da mein Zimmer bereits, ohne sein Wissen, seit längerer Zeit vergeben worden sei. Erfüllt von den wundervollen Eindrücken der letzten Stunden, hatte ich keine Lust mich aufzuregen und nahm es einfach zur Kenntnis. Im kühlen Baumschatten der Ulme – die Ulme ist nach dem Keltischen Baumkalender mein Geburtsbaum – überlegte ich und erinnerte mich an eine Hotelempfehlung meines Bruders. Es sollte hier ganz in der Nähe sein. Ein Blick auf mein Smartphone bestätigte mir dies und ich rief an. Bingo! Ein Zimmer für eine Nacht, in einem preisgünstigen und sehr empfehlenswerten Burghotel in Bad Kreuzen. Voller Freude über diese Fügung und über meine vertrauensvolle Gelassenheit, kam ich nach wenigen Kilometern zum Ausgangspunkt meiner Wanderung und checkte im Landhotel Yspertal aus. Als Wiedergutmachung schenkte mir der Hotelinhaber sogar die eine Nächtigung.

Das Leben liebt mich. Halleluja!

Nach einer kurzen Fahrt erreichte ich mein neues Ziel, hoch über dem Strudengau: Das Burghotel „Schatzkammer“ in Bad Kreuzen. Ein Zimmer mit Traumaussicht über das ganze Tal und die umliegenden Berge.

Im Burggarten gönnte ich mir den, nach meiner 5-stündigen Wanderung, schon heiß ersehnten Radler und machte meine schriftlichen Reise-Tagebuch-Eintragungen. Nach einem 3-gängigen Abendessen im burgtypischen Ambiente und sehr netter Bedienung, ließ ich den Abend auf meiner Zimmerterrasse ausklingen. Der fantastische Blick über das Tal und die beleuchtete Burg Clam gegenüber, die fast heilige Stille und die hereinbrechende Dämmerung, ergriffen mich zutiefst.

„Erst in der Stille nehme ich wahr, denke ich und erkenne“

Die Rückreise am nächsten Tag gestaltete sich ebenfalls erfreuend. Sie führte über Lunz am See. Hier wanderte ich mit meiner, dort urlaubenden Nichte, um den See und wir speisten in der Schlosstaverne frische Seefische mit gartenfrischem Gemüse garniert. Dazu einen sehr guten Veltliner. Nach Kaffee und Kuchen auf der Seeterrasse, machte ich mich auf den Heimweg über die Berge, vorbei am Erlaufsee und Mariazell. Gemütlich fahrend und mit guter Musik, genoss ich die schöne Landschaft und erreichte erfüllt mit schönen Eindrücken meinen Heimathafen.

Ich setzte meine Füße in die Luft und sie trug.                                    (Hilde Domin)

Zu den Büchern Rucksackgeschichten

Infos und Tipps:

Yspertal: Von Persenbeug biegt man in das Yspertal ein. Landhotel Yspertal in Ysper 1 *** www.landhotelyspertal.at +43 7415 7218

Ysperklamm und Druidenweg: Ausgangspunkt Forellenwirt am Ende des Yspertales. Ysperklamm 4 km (Auf- und Abstieg (Gehzeit 1,5-2 Stunden) (tw. anspruchsvoll Stufen und Stege)

Druidenweg: Ausgangspunkt Oberer Ausstieg Ysperklamm ca. 3 Stunden Gehzeit. Genug Wasser mitnehmen und Proviant. (leicht-mittel) Ysperklamm und Druidenweg insgesamt 11 km, ca. 4 Std. Gehzeit.

Hotel „Schatzkammer“ Burg Kreuzen. Von Persenbeug in Richtung Strudengau weiter in Richtung St. Nikola. Gut beschrieben. www.burg-kreuzen.at, Tel: 0680/245 63 14

Schlosstaverne Lunz am See. Seehof 2, 3293 Lunz am See. 07486/202 76

 

Warum ich so gerne allein reise

„Ich brauch Tapetenwechsel sprach die Birke und macht sich in der Dämmerung auf den Weg.“

Allein auf Reisen zu gehen, dazu noch als Frau, wird nach wie vor als „Sonderbar“ eingestuft und ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Ja, ich bin Single und ja, ich wandere und reise am liebsten allein. Na und? Selbst in meinem näheren Umfeld stoße ich immer wieder auf Unverständnis und auf völlig überflüssige Kommentare wie: „Vielleicht lernst du da einmal jemanden kennen“. Zum wiederholten Mal und damit es endlich schriftlich festgehalten ist: Ich reise nicht allein, weil ich jemanden kennenlernen will und ich reise nicht allein, weil ich keine Begleitung habe. Ganz im Gegenteil. Ich mache mich sogar still und heimlich auf, um nicht in  Verlegenheit zu geraten, eine angebotene Reisebegleitung dankend ablehnen zu müssen.

Ich reise allein, weil ich es liebe und ich leidenschaftlich gerne allein reise. Punkt. Die meisten Menschen, vor allem Frauen die allein reisen, werden mir das bestätigen. Allein unterwegs zu sein heißt voll und ganz bei sich zu sein, sich unendlich frei zu fühlen, unabhängig zu sein, selbstbestimmt zu sein usw. usf. Man braucht keine Kompromisse eingehen, nicht über die Wahl des Lokals diskutieren, kann spontan ein anderes Tagesprogramm wählen, um 6 Uhr aufstehen ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen und dann um 21 Uhr schlafen gehen. Aber diese aufgezählten Gründe sind es nicht allein. Reist man allein, nimmt man die Umgebung viel intensiver wahr und man kommt mit Menschen leichter ins Gespräch. Man ist offener und findet relativ rasch neue Bekannte, um diese wieder ziehen zu lassen, wenn die Zeit gekommen ist. Man ist fern von allen Rollen des Alltags.

 Allein reisen heißt nicht einsam zu sein. Allein reisen heißt, die Welt in ihrer Vielfalt und Schönheit richtig gut wahrzunehmen und zu entdecken.

Ich mache keine großartigen Fernreisen oder Abenteuerreisen. Europa hat so viel zu bieten und es ist einigermaßen sicher. Sich einfach für ein paar Tage aufzumachen, sich in den Zug setzen, mit dem Ziel ans Meer zu fahren, ist schon ein kleines Abenteuer. So geht z.B. ein Zug täglich von Wien nach Ljubljana und von dort fährt die Karstbahn weiter nach Koper. Die Fahrt mit der Bahn durch den Karst ist etwas Einzigartiges. Die vielen kleinen slowenischen Orte, deren Namen wie eine Litanei klingen. Wenn dann der Zug am Karstrand hoch oben dahinpfeift und gegenüber die Sonne wie ein Feuerball untergeht, hat man plötzlich dieses besondere Gefühl, als würde die Welt einen Augenblick den Atem anhalten.

Das ist intensives, spürbares SEIN. Jedenfalls für mich. Kaum jemand schaut sich Koper an. Eine attraktive Küstenstadt mit einer malerischen Altstadt, die von einem Speckgürtel, bestehend aus Einkaufszentren und Industriehallen, umgeben ist. Hat man diesen hässlichen Außenring überwunden, findet man sich in der venezianisch geprägten Altstadt wieder. Das berühmte Caffe‘ Loggia Kavarner. Die Loggia ist aus dem 15. Jahrhundert und das Cafe‘ ladet mich ein, das Buch:“ Mein Karst“ von Scipio Slapater anzufangen, der mit anderen Denkern und Dichtern in diesem Cafe‘ Stammgast war.

Das ist es, was ich so am Alleinreisen liebe. Voll und ganz in die Geschichte, die Literatur und die Architektur eines Ortes einzutauchen. Meine BegleiterInnen sind Bücher, Biografien und Reiseliteratur.

Zugegeben, man ist einen ganzen Tag nach Koper mit der Bahn unterwegs und der realistische, moderne und gestresste Mensch, der Erholung sucht, sagt zu Recht, dass man bereits in 4 Stunden dort sein könnte. Aber es geht hier nicht um das Ziel, sondern um den Weg. Hier bekommt das Lao-Tse-Zitat „der Weg ist das Ziel“ eine nachvollziehbare Bedeutung. Es ist ein anderes Gefühl des Reisens. Sich langsam von daheim entfernen, um sich langsam dem Ziel anzunähern. Das Beobachten anderer Fahrgäste im Zug oder die Menschen in den Bahnhöfen und auf den Feldern. Landschaft und Gedanken verschmelzen plötzlich und unbemerkt.

Wenn du es ernst meinen solltest mit dem „Runterkommen“, dann mach dich auf Reisen, wie es schon Künstler und Dichter, wie z.B. Goethe einst taten. Letzterer klagte sogar, „dass die Kutsche zu schnell fahre und sein Geist mit dem Tempo nicht mithalten könne“.

Als Frau allein unterwegs habe ich natürlich ein Smartphone dabei und checke mir über das Internet mein Quartier. Diese durchaus frauenfreundlichen Erfindungen ermöglichen es mir, gute Quartiere zu guten Preisen zu bekommen. Ebenso ist es angebracht ein Navigationsapp zu haben und sich damit zurechtzufinden. Here Map hat sich gut bewährt und Google Map sowieso. Komme ich in der Nacht an, so nütze ich immer ein Taxi. Allein reisen heißt nicht, dass ich übermütig bin. Es heißt auch nicht, dass ich außergewöhnlichen Mut habe. Es heißt vielmehr achtsam zu sein und wachsam. Allein essen zu gehen wird auch von vielen gefürchtet. Ich persönlich suche mir die besten Lokale aus, weil ich ein Land auch über die Kulinarik kennenlernen will. Außerdem bin ich Genießerin. Selbstbewusst ein Lokal zu betreten und nach einem schönen Tisch zu verlangen, war für mich noch nie ein Problem. Ich habe nur gute Erfahrungen damit und mir wurde außerhalb von Österreich noch nie ein Tisch neben Klo, Küche oder Ausgang angeboten. Innerhalb von Österreich muss man sich als Frau manchmal behaupten, um sich Respekt zu verschaffen. Apropos‘ Respekt. Den habe ich mir spätestens dann erworben, wenn ich kundig ein 3-Gänge Menu‘ mit entsprechendem Wein bestellt habe.Ich schreibe auch auf Reisen und deshalb sind Schreibstift und Schreibheft ständig dabei. Und wenn ich nicht gerade meine Umgebung beobachte, schreibe oder lese ich zwischen den Gängen.

Sollte ich wirklich einmal das Bedürfnis haben, etwas mit anderen zu teilen, dann gibt es ja noch Facebook. Da ich eine Früh-Schlafengeherin bin, ziehe ich mich nach dem Abendessen bald  in mein Zimmer zurück und lese noch in meinem E-Book-Reader. Auch diese Erfindung ist genial auf Reisen. Man hat eine ganze Bibliothek dabei.

Leichtes Gepäck, ich reise nur mit Rucksack, ist sehr zu empfehlen. Nicht nur weil man die Hände frei hat, wenn man z.B. mit dem Navi durch die Stadt geht, sondern man ist als Backpackerin sofort Teil einer „Community“ und findet schneller Anschluss.

Bis bald!

Zu den Büchern Rucksackgeschichten

 

 

Shinrin-yoku – Gesundheit aus dem Wald

Shinrin-yoku – Waldbaden

„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün“ Hildegard von Bingen 1098 – 1197

1982 prägte das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei den Begriff Shinrin-yoku. Shinrin-yoku heißt: „das Einatmen der Waldatmosphäre“, kurz übersetzt „Waldbaden“.

Shinrin-yoku ist in Japan und Südkorea zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden und hat sich zur sogenannten Wald-Therapie entwickelt. Dafür wurden und werden viele wissenschaftliche Arbeiten in Auftrag gegeben und es kam natürlich das heraus, was wir eigentlich schon immer tief in unserem Inneren wussten:

Ein Aufenthalt im Wald senkt den Blutdruck, regulierte den Puls und vermehrt die Killerzellen. Waldbaden verjüngt, senkt das Krebsrisiko, erhöht die Selbstheilungskräfte und stärkt das Immunsystem.

Der österreichische Buchautor, diplomierte Landschaftsingeneur und Biologe Clemens G. Arvay, brachte mit seinem Erfolgsbuch „Der Biophilia Effekt“ auf beeindruckende und überaus lesenswerte Art und Weise, die Heilungskraft des Waldes einer breiten Öffentlichkeit näher. In seinem zweiten Buch „Der Heilungscode der Natur“ beschreibt er überzeugende Beispiele und bringt den wissenschaftlichen Beweis für die Heilkraft der Natur und des Waldes.

Qing Li, Medizinprofessor von der Nippon Medical School in Tokyo erbrachte den Nachweis, dass in bewaldeten Gebieten weniger Menschen an Krebs sterben als in Regionen ohne Wald. In Japan und Südkorea wird der Aufenthalt im Wald inzwischen ärztlich verschrieben. In Deutschland und Österreich bekommt die Waldtherapie bei der Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und in der Krebstherapiebegleitung zunehmend Akzeptanz.

Achtung: Eine Waldtherapie ersetzt keine medizinische Behandlung. Sie fördert jedoch nachweislich den Heilungserfolg.

Shinrin-yoku, das Waldbaden ist einfach und beinahe für jeden möglich. Es geht nicht um sportliche Betätigung, Anstrengung und Leistung, sondern ganz einfach um DA SEIN im Wald, im Park, in der Nähe von Bäumen und Pflanzen. Selbst der Garten hat schon eine positive Wirkung. Schlendern, genießen, atmen, wahrnehmen und vielleicht ein paar Körperübungen, die mit bewusster Atmung begleitet werden.

Ich persönlich suche mir bei meinen Wanderungen im Wald eine schöne Stelle unter Bäumen und mache ganz einfache Yogaübungen im Stehen oder fließende Tanzbewegungen ähnlich dem Qi-Gong.

Nach einer solchen Körperübung, begleitet mit bewusster Atmung, hat man eine viel schärfere Wahrnehmung und einen viel klareren Blick. Probieren Sie es einfach aus.

Bereits ein Aufenthalt von 2 Stunden im Wald erhöht die Leistungssteigerung der Killerzellen nachweislich. Aufenthalte von mehreren Tagen bewirken eine Leistungssteigerung der Killerzellen bis zu einem Monat und mehr.

Zur Erklärung: Killerzellen sind jene Zellen, die Tumor- und Krebszellen „fressen“. Eine Abnahme der Leistungsfähigkeit der Killerzellen erhöht das Krebsrisiko dramatisch.

Von der Stärkung des Immunsystems und anderen positiven gesundheitlichen Auswirkungen einmal abgesehen, sind diese Phänomene absolut kein esoterischer Unsinn. Alle diese Wirkungen wurden und werden wissenschaftliche erforscht und in Studien durch Messungen belegt. Weltweit!

Ein respektvoller Umgang ist wichtig.

Die Möglichkeit in den Wald gehen zu können ist ein Geschenk. Wir sind Gäste des Waldes. Das heißt, dass wir uns auch wie Gäste benehmen sollen. Nichts zerstören, keinen Müll hinterlassen, nicht quer durch den Wald stampfen und keinen Lärm verursachen. Der Wald lebt und rings um uns sind Millionen von Lebewesen, auch wenn wir sie nicht sehen. Diese Lebewesen wollen wir nicht allzu viel stören oder? Auch möchte ich an dieser Stelle für alle WaldbesitzerInnen sprechen, die es nicht gerne sehen, wenn Pilze und Beeren über das erlaubte Maß, sowie Pflanzen, Steine und andere Dinge aus dem Waldes mitgenommen werden.

Es geht beim Waldbaden um das SEIN und nicht um das HABEN.

Wir gehen in den Wald, damit er uns in unserer Selbstheilungskraft unterstützt. Das ist ein großartiges Geschenk, das wir dankbar annehmen.

Das ist mehr als genug.

Als Referentin der Green Care Lehrgänge, an den ländlichen Fortbildungsinstituten in einigen Bundesländern Österreichs, habe ich auch die Chancen erkannt, die sich für LandwirtInnen und WaldbesitzerInnen auftun. Der Wald als Gesundheitsangebot, kann eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit bedeuten und vielleicht das Bauernsterben eindämmen.

Mehr darüber:https://www.lfi.at/?+14+erfolgreiche+Baeuerinnen+und+Bauern+schlossen+am+29.+Juni+den+Green+Care++ndash++Zertifikatslehrgang++bdquo+Gesundheit+foerdern+am+Hof+ldquo++erfolgreich+ab+&id=2500%2C1362721%2C%2C

Beispiele: Green Care Auszeithöfe unter: http://www.greencare-oe.at/geen-care-auszeithof+2500+2440189

 

Verborgene Schätze in der Oststeiermark

Wenn ich wandere, da bin ich ganz ich. Da fühle ich eine ungelöste Einheit zwischen mir und den Bergen, Matten, Wäldern und Bächen, die um mich sind, eine Einheit, die mein Lebtag so war und sein muss, die meine volle Ganzheit ausmacht, in der ich mich ausfülle, kurz, in der ich bin – ich kann’s nicht anders sagen.“

(Peter Rosegger 1843-1918)

Wandern in der Oststeiermark

Ich sitze mit meinem Laptop vor meinem Büro in Rosegg bei Anger in der Sonne und surfe mit Glasfaser-Internet. Am Hang gegenüber schnauft dampfend und pfeifend die Feistristritztalbahn in Richtung Birkfeld. Diesen Geräuschen zuhörend, reise ich in meinen Gedanken 70 Jahre zurück.

Ende des Sommers 1946 fuhr eine frischgebackene Lehrerin mit der Feistritztalbahn von Weiz kommend, hier entlang nach Waisenegg, das an der damaligen Bahnstrecke zwischen Birkfeld nach Ratten lag. In eine vom Krieg schwer angeschlagene, ärmliche, vorwiegend von Bauern besiedelte Region. Die Schule in Waisenegg war im Krieg abgebrannt und die Lehrerin, meine spätere Mutter, musste zunächst in einer Notschule, die in einem Dachboden untergebracht war, unterrichten. Der Liebreiz der Landschaft auf 700 m Meereshöhe hatte die gebürtige Gleisdorferin bald in seinen Bann gezogen und die Liebe zu einem jungen Mann, meinem späteren Vater, tat das Übrige dazu, um ein ganzes Leben hier zu bleiben.

Meine Mutter ist inzwischen 91 Jahre alt und lebt noch immer glücklich hier im oberen Feistritztal in der Oststeiermark.

Der offizielle Betrieb der Feistritztalbahn wurde bald nach Ankunft der jungen Lehrerin eingestellt. Die Gleise zwischen Birkfeld und Ratten abgetragen und dieser Streckenabschnitt viele Jahre später in einen Rad-Wanderweg umfunktioniert. Einige wenige Idealisten gründeten einen Interessensverein. Damit konnte diese historisch wertvolle Schmalspurbahn als Bummel-Tourismuszug zwischen Weiz und Birkfeld weitergeführt werden.

Inzwischen ist die Feistritztalbahn eine nicht mehr wegzudenkende Tourismusattraktion, die jährlich viele BesucherInnen aus nah und fern anzieht.

Eine Fahrt mit der Feistritztalbahn kommt einer Zeitreise, die 100 Jahre zurückführt, gleich. Landschaftlich hat sich, aufgrund der topografischen Verhältnisse, kaum etwas verändert. Der Bahnhof Birkfeld ist noch derselbe wie zu Roseggers Zeiten. Durch das enge Feistritztal nach Anger kämpft sich die Dampflok mit ihren grünen Waggons durch Tunnels, über Viadukte und hält das erste Mal am Bahnhof Koglhof, am Fuße des Schlosses Frondsberg. Aber hin und wieder kann es durchaus vorkommen, dass sie auf der Strecke einen Zwischenstopp einlegt, weil ein Fahrgast sein Handy beim Fotografieren verloren hat. Dann suchen Schaffner und Gäste danach, bis das Verlorene unter großem „Hallo“ wiedergefunden wird.

Im Salonwagen werden regionale Produkte verkostet und mitunter spielt ein mitreisender Musikant auf seiner „Steirischen Knopfharmonika“.

Zeit bekommt eine neue Dimension bei einer Fahrt mit der Feistritztalbahn und diese kostbare Erfahrung kommt dem Gefühl nahe, man sei in einer Parallelwelt gelandet. Die Langsamkeit hat die Herrschaft übernommen, der Rauch, das durchdringende Geräusch, wenn Eisen auf Eisen trifft, das Pfeifen, wenn der Zugführer „Signal“ gibt, sind ihre Assistentinnen.

Die Menschen hier wissen um ihre schöne Heimat und nur wenige wollen weggehen. Um nicht weggehen zu müssen, haben sich viele Bauern umgestellt und betreiben Biodiversität. Nirgendwo in Österreich gibt es eine solche Dichte an gehobener Gastronomie.

Allein im Umkreis meines Wohnortes gibt es fünf HaubenköchInnen. Angeboten und verarbeitet wird, was die Bauern produzieren.Das hat der Oststeiermark den Ruf des „Gartens Österreichs“ eingebracht.

Touristisch ist die Oststeiermark nach wie vor ein Geheimtipp. Es ist ein Wanderparadies und eine Genussregion. Diese Landschaft wurde bereits von frühen Kulturen besiedelt. Kultplätze, Lochsteine und unterirdische Gänge zeugen noch heute davon.

Schluchten, Höhlen, Wiesen, Almen, Flüsse und Berge lassen das Wanderherz höher schlagen.

Vor 15 Jahren habe ich begonnen, die Oststeiermark zu erwandern und ich habe noch längst nicht alle Schätze entdeckt, die dieser Landstrich zwischen Feistritz und Raab, zwischen Teichalm und Wechsel, zwischen Joglland und Vulkanland zu bieten hat.

Ab 2017 werde ich meine Oststeiermark den Gästen, die zu uns kommen, gerne zeigen.

Mehr darüber: Wanderwoche 20.- 25. August 2017

 

 

Kann der Einzelhandel überleben? Ein Erfahrungsbericht

„MARKTSTANDLERIN“ WAR ICH NOCH NIE. Viele Rollen habe ich in meinem Leben schon ausprobiert und wertvolle Erkenntnisse daraus gewonnen aber „Marktstandlerin“ war ich noch nie. Meine nähere Umgebung reagierte etwas konsterniert auf meine Ankündigung, mich zwei Wochenenden – insgesamt sechs Tage – auf einen Adventmarkt zu stellen.

 

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Wie es dazu kam:

Im vergangenen Jahr stellte ich ein überarbeitetes Unternehmenskonzept auf die Beine und begleitete auch den Aufbau des Unternehmens meines Sohnes. Darüber hinaus übernahm ich die Vertretung edler Geschenks- und Designprodukte einer Tiroler Manufaktur. Trotz massiver Bewerbung in Zeitungen und auf Facebook ließen die KundInnen auf sich warten bzw. sie nahmen mich einfach nicht wahr.

„Nun, wenn die KundInnen nicht zu mir kommen, dann komme ich eben zu ihnen“.

Der Adventmarkt in Stift Rein bei Graz kam mir da als Möglichkeit gerade recht.

Sechs Tage Auszeit in der Kälte

Nach der Besichtigung meines Standplatzes waren sofort zwei Dinge klar: Erstens, der Platz war strategisch perfekt, die BesucherInnen mussten zweimal daran vorbei und zweitens, der Platz war „arschkalt“ und zugig, denn er befand sich im Stiegenaufgang zu den geheizten Prunksälen, die jedoch mit der Weihnachtsausstellung eines Blumencenters belegt waren. Das Angebot, in wärmere Gefilde, dafür aber direkt neben der übergroßen Konkurrenz umzuziehen, lehnte ich ab.

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Ich entschied mich gegen Bequemlichkeit, für Strategie, Polarkleidung und Heizstrahler.

Tag 1: Gleich nach der Eröffnung verkaufte ich einem jungen Mann eineTrinkflasche mit der Aufschrift „Liebe“. Ein gutes Zeichen das mir signalisierte: Meine, für so einen Markt eher teuren Produkte kommen gut an. Für mich war klar.  Ich musste mir etwas einfallen lassen, damit die BesucherInnen mich wahrnehmen: Erlebnisfaktoren schaffen, die Leute in unverbindliche Gespräche verwickeln, die Produkte begeistert präsentieren, um Begehrlichkeit zu wecken. An meinem Stand konnte man die Produkte befühlen, daran schnuppern, die Bücher durchblättern, eine Karte aus den „Fingerzeigen“ ziehen und Erklärungen dazu lesen. Ohne Kaufdruck. Immer wieder sagte ich, dass dies alles ohne Verpflichtung möglich ist. Mein Stand sollte ein Erlebnisstand sein, um mich, mein Unternehmen und das Unternehmen meines Sohnes kennenzulernen. „By the way“ verkaufte ich.  Was ich in Coachings und Seminaren immer „predige“ funktionierte tatsächlich.

Tag 2: Als ich ankam, standen schon BesucherInnen vor meinem Stand, ich hatte noch nicht einmal ausgepackt, verkaufte ich bereits. An diesem Tag kam ich kaum weg von meinem Platz und am Abend war ich gerädert. Der Umsatz übertraf alle meine Erwartungen. Bevor die Leute in die warmen Prunkräume kamen, ließen sie bei mir schon einiges an Geld.

Das wärmte an diesem kalten Ort.

Tag 3 Langsam gingen mir die Produkte aus. „Toll, wie die ankommen“. Aber auch nur deshalb, weil ich die Geschichte zu den einzelnen Dingen erzählte: Wer sie herstellt, wo sie erzeugt werden, wer die Künstlerin ist. Ich plauderte über meine Pilger- und Wanderreisen und weckte auf diesem Weg das Interesse für meine Bücher Rucksackgeschichten. Vor allem aber hörte ich zu. Am Abend hatte ich einige Lebensgeschichten gehört und Menschen ermutigt. Ein schönes Gefühl.

Das erste Wochenende war vorbei und ich musste Produkte nachbestellen!

Das zweite Wochenende:

Tag 1: Den Stand komplett neu dekoriert. Produkte, die sich am ersten Wochenende nicht so gut verkauften, wurden in den Mittelpunkt gerückt. Mein Sohn befüllte Zirbensäckchen mit frischen Zirbenspänen, die ich als Eyecatcher positionierte. Der Stiegenraum duftete nach Zirbe und mein Stand lud wiederum zum Verweilen ein.

Tag 2: Was passiert, wenn ich passiv bin? Da ich ohnehin kaum mehr etwas zu verkaufen hatte, setzte ich mich hinter meinen Verkaufstisch spielte mit meinem Smartphone. Die Leute gingen vorbei, ohne stehenzubleiben. Ein flüchtiger Blick, aber nur wenige blieben stehen. Erkenntnis: Eyecatcher sind zu wenig. Es braucht das persönliche Engagement.

Tag 3: Mein Ziel war es, so wenig wie möglich mit nach Hause zu nehmen. So aktivierte ich mich wieder und verkaufte sozusagen die restlichen Waren, sowie einige Bücher und verteilte jede Menge Visitenkarten. Die Umsätze an meinem Stand konnten sich sehen lassen und der Gewinn auch.

Fazit:

Verkaufen im Einzelhandel erfordert vollen persönlichen Einsatz. Präsentationsgeschick, Kommunikationsstärke, Empathie und echte Freude am Tun. Man muss zuhören können, aber auch passende Fragen stellen. Die schwierige Gratwanderung zwischen aktiver Kundenansprache und einladender Zurückhaltung, stellt die größte Herausforderung dar. Nach drei Tagen wusste ich, wen kann ich ansprechen, wen soll ich in Ruhe lassen. Dies erfordert Beobachtungsgabe und Wahrnehmungsvermögen. Hat man das einmal geübt, merkt man bald, welche KundInnen kaufbereit sind und welche nicht.

Gerade höre ich im Radio, dass der Online-Handel massiv zugenommen hat.

EinzelhändlerInnen können diesem Trend nur mit höchstem persönlichen Engagement entgegentreten, indem sie ihren KundInnen Einkaufserlebnisse schaffen. Der Online-Handel hat die Rolle der Bedarfsdeckung längst übernommen. Deshalb muss der Einzelhandel jene Aufgaben abdecken, die der Online-Handel nicht bieten kann. KundInnen sollen wie liebe Gäste und nicht wie UmsatzbringerInnen behandelt werden. VerkäuferInnen müssen sorgfältig ausgewählt bzw. neu geschult werden. Sie müssen wissen wie sie Begeisterung FÜR etwas wecken. Sie müssen Empathie zeigen und Begehrlichkeit für ihre Produkte wecken können. Dies bedarf einer geschickten Präsentation und die Schaffung von Begeisterungsfaktoren im Geschäft. Alle Sinne sollen angesprochen werden, denn diese sind durch das Internet bereits abgestumpft. Das Wichtigste dabei ist aber immer noch Freude und Heiterkeit  und nicht zuletzt ehrliche DANKBARKEIT für den Kunden, die Kundin.

VerkäuferIn im Einzelhandel ist kein Ersatzberuf, sondern eine hochqualifizierte Tätigkeit, die vollen Einsatz erfordert.

Gelungener Netzwerkabend der Grünen Wirtschaft in Leibnitz.

A wie Akquise - ein Workshop der Reihe GREEN SPIRIT

Wirtschaftscoach Ingeborg Hofbauer begeisterte mit ungewöhnlichen Verhandlungs- und Verkaufs-Tipps.

Graz/Leibnitz, 17. November 2016. Zu einem Netzwerk-Abend voller Verhandlungstipps und Austausch zum immer aktuellen Thema »Verkaufen« lud die Grüne Wirtschaft Steiermark gestern in die Räumlichkeiten der möbelbau breitenthaler GesmbH von Elisabeth und Wilfried Breithenthaler (www.breitenthaler.at) ein. Die TeilnehmerInnen aus vielen verschiedenen Branchen – von der Farb- und Stilberaterin über den Heizungstechniker, von Logistikexperten über den Betreiber eines Orthopädie-Fachgeschäfts bis zu einer Vertreterin der Tourismusbranche – waren von den ungewöhnlichen, kreativen und lebendigen Verkaufsmethoden, die Wirtschaftscoach Ingeborg Berta Hofbauer präsentierte, begeistert.

A wien Akquise - Ein Workshop der Reihe GREEN SPIRITS

»Die TeilnehmerInnen haben nicht nur viele Informationen über selbstbewusstes und gleichzeitig kundInnenorientiertes Verhandeln mitgenommen, sondern diese in praktischen Übungen auch gleich ausprobiert. Daraus sind vor Ort gemeinsame Projektideen entstanden – so soll Vernetzung funktionieren«, zeigte sich Organisatorin Margit Weingast beeindruckt.

Ingeborg Hofbauer ist erfahrene Trainerin, Wirtschaftscoach und Pilgerführerin. Zu ihren Kernkompetenzen zählen Neukundenakquisition und Verkaufen gegen den Wettbewerb.

Dr.in Helene Zand
Grüne Wirtschaft Steiermark
m.: 0676 788 99 09
e.: helene.zand@gruenewirtschaft.at

 

Der Wunsch nach Freiheit und deren Attribute

Kennen Sie das auch? Diese Sehnsucht, sich von Altlasten befreien zu wollen, Ballast abzuwerfen, Gerümpel loszuwerden und Freiräume zu schaffen für neues im Leben?

Wer einmal seine Wohnung gründlich entrümpelt hat weiß, wie befreiend das sein kann. Platz schaffen für neue Dinge oder einfach Platz schaffen für GAR NICHTS.

http://www.foto-MAXL.at

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Milieustudien zeigen, dass sich viele unterschiedliche gesellschaftliche Schichten bilden. Als Beispiel nenne ich hier LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) und LUXAS (Luxusasketen)

Während sich LOHAS einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil verschrieben haben und in ihrem Konsumverhalten darauf achten, sind LUXAS jene, die Geld  für Dinge ausgeben, die ihren Ansprüchen nach Luxus gerecht werden. Beiden ist gemeinsam, dass sie eher zur besser verdienenden Bevölkerungsschicht gehören.

Während LOHAS bei der Geldausgabe Fokus im Nahrungs- und Bekleidungssektor setzen, lieben LUXAS Dinge, welche die eigene Persönlichkeit unterstreichen und ihren individuellen Sinn für Ästhetik hervorheben.

LUXAS definieren Luxus im Zusammenhang mit ihrer eigenen Persönlichkeit entsprechend individuell, unabhängig davon was gerade in Mode ist oder welche allgemein anerkannten Vorstellungen über Lifestyle vorherrschen. Es ist der Wunsch nach einer unverwechselbaren Identität, die antreibt, aber auch eine gewisse Sehnsucht nach Freiheit.

Freiheit als das Luxusgut und wer sich dieses Gut leisten kann, ist bei den Privilegierten „angekommen“.

Freiheit als Gut?

Warum, hier als Beispiel genannt, machen sich immer mehr Menschen zu einer Pilgerreise auf? Für ein paar Wochen Freiheit werden körperliche Strapazen und andere Unbequemlichkeiten in Kauf genommen. Urlaub in der Klosterzelle oder auf einer Berghütte, ohne Strom und jeglichem Komfort. Das sind die Güter, mit denen Freiheit assoziiert werden. Freiheit finden in der Reduktion auf das Wesentliche, in der Rückbesinnung auf die einfachsten Dinge im Leben.

Es ist genug!

Die Übererfüllung all unserer Bedürfnisse, dieser Überfluss haben uns das wertvolle Gefühl hungrig zu sein geraubt. Haben uns die Begierde nach etwas genommen. Schon meine Oma sagte:“ Wenn du jeden Tag Schnitzel ist, dann schmeckt es dir am Sonntag nicht mehr!“ Nur ein hungriger Geist ist ein kreativer Geist, so der Hirnforscher Ernst Pöppel.

Reduktion leben!

Unsere Häuser haben Räume für wohnen, kochen, essen, schlafen, spielen, arbeiten und stauen. An dieser Raumgestaltung hat sich in den letzten 100 Jahren nicht viel geändert. Vielleicht, dass ein großer Raum für mehrere Zwecke herhalten muss, die Idee dahinter ist jedoch dieselbe. Diese Räume sind ihrem Verwendungszweck entsprechend, mit Requisiten gefüllt.

Leer-Raum!

Um sich von den Milliarden Informationen, die täglich auf uns einprasseln zu erholen, um sich auch der Verschmutzung durch Lärm und Licht zu entziehen, braucht die Wohnung der Zukunft einen LEER-RAUM und einen RAUM DER STILLE.

http://www.foto-MAXL.at

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Kreativität ist nur möglich wenn die Gedanken, ohne abgelenkt zu werden, fließen können. Den Gedanken sprichwörtlich einen freien Raum geben. Ein freier Raum, wo der Mensch im Zentrum steht, sitzt, liegt, tanzt, geht, vielleicht auf dem Kopf steht. In dieser kompromisslosen Gesellschaft mit sich selbst, muss man sich den eigenen Gedanken stellen, ihnen RAUM geben, damit sie FORM annehmen können. DAS KANN ANGST MACHEN UND GLEICHZEITIG BEFREIEN

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Um auf  die LUXAS zurückzukommen. Sie werden die ersten sein, die sich einen Leer-Raum leisten oder/und einen Raum der Stille. Sie sind Ästheten.

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(Ästhetik die Lehre von den schönen Dingen)

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