Kategorie: Dies und das

Istrien – warum nicht einmal eine Genussreise im Winter?

Fotos Peter Hofbauer

Text Ingeborg Berta Hofbauer

Getreu meinem Motto: „anders als die anderen“ suche ich besonders beim Reisen das Andere. Das Andere muss aber nicht immer das unbekannte Neue sein, sondern durchaus das Neue im Vertrauten. 

Ich bin Istrien-Expertin. So steht es zumindest im Katalog meines Reisebüros, für das ich im Frühjahr und Herbst in Istrien Wanderreisen begleite. Aber wann ist man eigentlich Expertin?

Istrien im Frühjahr und Herbst zum Wandern und Radfahren, im Sommer an den Küsten zum Baden ist hinlänglich bekannt und verkommt leider zum Massentourismus. Warum nicht Istrien im Winter? Warum nicht das Neue im Vertrauten finden? 2017 fuhr ich zweimal im Winter nach Istrien. Einmal Anfang März und einmal im Dezember.

Da zu diesen Zeiten die meisten Hotels geschlossen haben, buchten wir, meine zwei Begleiter und ich im Dezember ein privates Quartier im Zentrum von Opatija. Mit Blick auf die weihnachtlich geschmückte Hauptstraße, auf die Berge hinter Rijeka und die Kvarnerbucht. Die Wohnung im zweiten Stock einer Villa entsprach ganz unseren Bedürfnissen.

„Es ist dieses besondere Gefühl dazuzugehören, wenn man privat wohnt.“

Der erste Tag in Opatija gehörte dem Lungomare. Es regnete und es stürmte. Die „aufgebrachte“ Adria warf ihre Wogen an die Küste und Fontänen spritzten nur so über die Kaiser-Franz-Josef Promenade hinweg. Außer uns drei wetterfesten Steirern war niemand unterwegs.

Das Ziel war Volosko, die kleine und weniger beachtete Nachbarin Opatijas. Volosko hat jedoch durchaus Interessantes zu bieten: „Hier wurde der Wissenschaftler Dr. Andrija Mohorovičić, kurz Moho, geboren wurde. Nach ihm wurde sogar ein Asteroid benannt. Andrija Mohorovičić war Meteorologe und Geophysiker. Ihm gelang 1909 erstmals, mit Bebenwellen die Trennfläche zwischen Erdkruste und Mantel zu erfassen.“

Das Reiseleiter-Gen schlägt schon wieder durch. Nach dieser Einleitung meinerseits bogen wir um die Ecke und standen im Hafen von Volosko. Verlockend eine der Bars an der Hafenpromenade mit Blick auf die Adria, jedoch lohnt es sich, die Stufen in den, an den Hang geschmiegten Ort hinaufzusteigen, um plötzlich vor der Pastisserie Kaokakao an der Hauptstraße zu stehen. Es war ja auch schon Zeit für einen Cafe‘ fanden wir.

Draußen strömender Regen und im verspielten Inneren des Lokals der sprichwörtliche Wohlfühlmoment, nicht bei einem bekannten Möbelhaus, sondern bei einem Cappuccino und einer „Millefoglio“. Sturm und Regen hinderten uns im Anschluss nicht daran, weiter den Ort zu erkunden und plötzlich standen wir vor der hölzernen Eingangstür der urigen Konoba „Tramerka“, die gerade aufsperrte.

Natürlich wollten wir dieses urige Lokal von innen sehen und da es 13 Uhr war, stand einem Imbiss, bestehend aus Schinken, Käse und Oliven mit einem Glas Malvazija, nichts mehr im Wege. Zum Restaurantgeschehen sei darüber hinaus erwähnt, dass das Fischrestaurant Plavi Podrum im Hafen von Volosko besten Ruf genießt.

Diesmal fuhren wir jedoch ins Bergdorf Mošćenice, um nach einem stillen Rundgang durch die abendliche Altstadt im Restaurant „Perun“ zu essen. Im Sommer ist die Terrasse des Perun ein beliebter Treffpunkt, ein absolutes Highlight mit Blick auf die Kvarnerbucht und die Insel Cres. Dieses Mal saßen wir am offenen, beheizten Kamin im Gastzimmer.

In der Nacht hatte es geschneit. Die Berge hinter der Stadt Rijeka begrüßten uns im weißen Kleid. Am Programm stand ein Ausflug in das Herz von Istriens. Die Gegend um das Mirnatal war unser Ziel. Winterliche Pracht, verschneite Landschaft auf den Bergen und unten das Meer. Dieser einzigartige Anblick war uns auf der Fahrt zum Uckatunnel beschert. Roc, die kleine Stadt auf einem Hügel, war tief verschneit.

Ein kurzer Zwischenstopp in der Destilleria „Aura“ in Buzet mit einer exklusiven Führung verleitete uns zu den ersten Weihnachtseinkäufen. Die Zutaten für Biska, Gin und andere Kräuterschnäpse werden in der Ćićarija gesammelt und hier verbrannt.

Weiter ging es nach Motovun. Im Sommer meist total überfüllt, präsentierte sich das Zentrum der Trüffel diesmal wie ausgestorben. Der einzigartige Blick von der Stadtmauer in das Mirnatal und auf die verschneiten Hügel gegenüber lösen eine wahre „Fotografierwut“ aus.

Nachdem wir uns mit kulinarischen Köstlichkeiten in einem Laden eingedeckt hatten, fuhren wir über Livade die Serpentinen hoch nach Zrenj.

Ich konnte es kaum erwarten, meinem Bruder und meiner Freundin den Agriturismo „Tončić“ in Zrenj zu zeigen. Sandras Fuzi mit Trüffel haben es zu mancher Erwähnung in mehreren Istrienführern gebracht. Ein mit italienischen Suv’s überfüllter Parkplatz versprach nichts Gutes und tatsächlich, dem erfreuten „Servas“ vom bereits leicht gestresst wirkenden Sandro, dem Mann von Sandra, im überfüllten und lauten Lokal folgte ein entschuldigendes „Leider kein Platz mehr“. Leicht enttäuscht fuhren wir zurück nach Oprtalj, um ein mir noch unbekanntes Lokal in Augenschein zu nehmen- die „Konoba Oprtalj“. Wie in den meisten Konobas in Istrien war auch hier der riesige offene Kamin in Betrieb und wohlige Wärme durchströmte den Raum. Die Fuzi mit Trüffel überraschten uns positiv, ebenso der Wein aus der hauseigenen Kellerei.

 

Bei Dunkelheit traten wir die Rückreise nach Opatija an. Opatija ohne Schokolade geht gar nicht. Die Schokomanufaktur Milenij im Hotel Continental mit Schokomuseum im Keller lockte. Meine Freundin schwebte, angesichts der dargebotenen Süßigkeiten, im siebten Himmel. Bei Livemusik und heißer Schokolade ließen wir den Tag ausklingen.

Es war deutlich spürbar, dass Opatija sich nicht für die TouristInnen, sondern für die EinwohnerInnen der Stadt und die BesucherInnen aus Istrien herausgeputzt hatte. Von unserer Wohnung konnten wir ein Open-Air-Konzert mitverfolgen. Viele junge Menschen waren unterwegs.

Fröhlich und ausgelassen, so präsentierte sich für uns die Vorweihnachtszeit in Opatija

Der letzte Tag begrüßte uns mit herrlich mildem Wetter. In diesen drei Tagen erlebten wir alle vier Jahreszeiten. Kälte, Nebel, Regen, Schnee, Sonnenschein und milde Temperaturen. Unser Abschiedsspaziergang entlang des Lungomare wurde eröffnet mit einem letzten Besuch bei der Jungfrau mit der Möwe und einem Rundgang im Angiolina Park. Wir lustwandelten wie einst die Kurgäste der K&K Zeit nach Lovran. Der Weg nach Volosko ist eindeutig der attraktivere, weil hier kaum Betonscheußlichkeiten an Hotels zu sehen sind, sondern altehrwürdige Villen und Hotels, wie das Miramar und das Kvarner. In Lovran angekommen, führte uns der Hunger in das einzige offene Fischrestaurant, das „Knezgrad“, in welchem wir diese vorweihnachtliche Winterreise bei einem guten Fischmenü ausklingen ließen.

Wanderreisen nach Istrien 2018

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Opatija – Liebe auf den zweiten Blick

Die Geschichte Opatijas (Betonung liegt auf i) ist untrennbar mit der K&K Herrschaft der Habsburger, also mit Österreich verbunden. Kennt man sie nur oberflächlich, findet man als sensible Besucherin diesen Ort mehr ehrvergessen als mondän.

Zwar begegnet man überall dem Glanz von einst, doch dieser scheint von der modernen Tourismusindustrie komplett assimiliert worden zu sein. Übrig geblieben ist manch heruntergekommene und baufällige Villa und abgewohnte Palasthotels, die im Erdgeschoß Wettbüros, Souvenierläden oder, wie im Hotel Stephanie, (heute Imperial) einen Erotikshop beherbergen. Daneben entstanden hässliche Hotelanlagen, konzipiert für den „Instant-Tourismus“.

Diesen Eindruck nahm ich von meiner ersten Reise vor 5 Jahren aus Opatija mit. Im März dieses Frühjahrs machte ich einen neuen Versuch. Diesmal tauchte ich bewusst in die Vergangenheit ein, die sich mir durch viel Geschriebenes über Istrien, insbesondere über Opatija, erschloss.

Es war Liebe auf den zweiten Blick

Bei der Suche nach Unterkünften lohnt es sich, in kleinen Pensionen und restaurierten Villen nachzufragen oder auch auf die angrenzenden Orte Icici oder Lovran auszuweichen.

Wollen Sie sich Opatija aber  richtig schenken, dann logieren Sie im Hotel Kvarner oder im Hotel Miramar. Da bleiben keine Wünsche mehr offen.

Opatija ist begünstigt durch ein besonders gesundheitsförderndes Mikroklima und aufgrund der besonderen Lage, am Fuße der steil abfallenden Hänge der Ucka Berge, vor den kalten Nordwinden geschützt.

Abbazia ist italienisch und heißt Abtei (kroat. Opatija). Aus dem slowenischen Krain kamen einst Benediktinermönche in dieses Gebiet und fanden, außer einigen armseligen Hütten, kaum Besiedelung vor. Von den Grundherren in Kastav wurde ihnen, lt. Vertrag, der Küstenstrich des heutigen Opatija zuerkannt. Die Abtei (Abbazia) und die, dem Heiligen Jakobus geweihte Kirche, stehen noch heute.

Der weitere Verlauf der Geschichte Opatijas/Abbazias ist untrennbar mit einem Gebäude und einem Namen verbunden.

Das Gebäude heißt Villa Angiolina und der Name ist Friedrich Julius Schüler.

Aber dazu muss ich noch weiter zurück in die Vergangenheit gehen. 1844 baute ein reicher Kaufmann aus Rijeka (Iginio Scarpa) eine Sommervilla im heutigen Opatija und legte einen wunderschönen Park um die Villa an. Villa und Park tragen den Namen seiner geliebten, leider tragisch verstorbenen Frau. „Angiolina“.

1881 begann Friedrich Julius Schüler, der Generaldirektor der Südbahngesellschaft, Grundstücke in dieser Gegend aufzukaufen. Er erwarb von den Erben Scarpas die Villa Angiolina und den Park, der fortan öffentlich zugängig war.

Die feine Wiener Gesellschaft war durch den Reiseschriftsteller Heinrich Noe‘, der von dieser Region und dem Klima schwärmte, aufmerksam geworden.

Der äußerst geschäftstüchtige Südbahndirektor Schüler erkannte die große Chance und plante, nach dem Vorbild anderer europäischer Eisenbahngesellschaften, die mit ihren Railway Hotels sehr erfolgreich waren, ebenso in Abbazia Palasthotels zu errichten. Die Südbahnstrecke nach Rijeka wurde um die Strecke nach Matulje, der Bahnhof von Abbazia, erweitert.

Die Wiener Aristrokatie und reichen Bürgerinnen und Bürger, entflohen dem Winter in Wien und trafen einander an der Österreichischen Riviera zum Stelldichein.

Abbazia wuchs zu einem beachtlichen und europaweit anerkannten Kurort heran, was auch den hervorragenden Kontakten Schülers zu namhaften Ärzten jener Zeit, wie Glax und Billroth zu verdanken war.

Der damit einhergehende Immobilienboom bescherte der Südbahngesellschaft, durch den Verkauf der einst erworbenen Grundstücke, gutes Geld. Damit konnten Bauprojekte, wie das Quarnero (Hotel Kvarner), das Hotel Stephanie und einige andere Dependancen finanziert werden. Das Hotel Stephanie, benannt nach der Frau und späteren Witwe des Erzherzogs Rudolf, heißt heute Imperial und ist leider sehr abgewohnt. Es lohnt sich dennoch die Treppen hochzusteigen und sich im Inneren des Hotels umzusehen. Mit etwas Phantasie kann man dem Glanz und Glamour von einst nachspüren. Obwohl man sich natürlich fragt, ob die Angestellten überhaupt wissen, welche Persönlichkeiten hier einmal abgestiegen sind.

1884 wurde das prachtvolle Hotel Quarnero, mit dem schönsten „Ballsaal der Welt“, dem Kristallsaal, eröffnet. Noch heute ist es das erste Haus in der Stadt, direkt am Lungomare.

Glanzvolle Bälle wurden hier ausgerichtet und die europäische Creme‘ de la Creme‘ fand sich ein. Eine Fotoausstellung dieser Zeit und viele andere sehenswerte Objekte, findet man im Schweizerhaus im Park Angiolina und in der Villa Angiolina selbst. Beide sind als Museen öffentlich zugängig.

Um die Jahrhundertwende gaben sich im Hotel Stephanie der europäische Hochadel, wie Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm aber auch Künstler, Literaten, Musiker, wie Gustav Mahler oder Dichter, wie Peter Rosegger die Tür in die Hand. Die Tänzerin Isadora Duncan wurde angeblich von den Bewegungen der Lorbeersträucher im Wind inspiriert und frische Kipferl wurden täglich, direkt von der K&K Hofbäckerei Blaschke aus Wien, geliefert. Peter Rosegger las in der Villa Angiolina „Stoasteirisches“ und Militärkapellen spielten in den Musikpavillons.

Der Wiener Lifestyle wurde nach Abbazia verlegt. Überall im Kaiserreich brodelte es, in Abbazia wurde getanzt.

Opatija und der Lorbeer.

Als der Kurort bereits in seiner Hochblüte stand, baute man den „Kaiser-Franz-Josef-Kai, heute  von den Einheimischen liebevoll „Lungomare“ genannt. Diese Küstenpromenade führt 12 km vom kleinen Fischerort Volosko, vorbei an Opatija, nach Lovran.

Nach der Ankunft führt der erste Weg hinunter zum Lungomare, um ins Zentrum von Opatija zu gehen. Satte, dunkelgrüne Lorbeerhecken und Bäume säumen den Weg und der Blick auf das blaue Meer, mit seinen bizarren Küstenformationen, trösten ein wenig über die zunehmende Verbauung hinweg.

Am Eingang der Stadt stößt man auf den „Walk of Fame“, wo für berühmte Persönlichkeiten Kroatiens, wie u.a. Nikola Tesla, ein Stern in den Asphalt eingelassen wurde.

Der wohl meistfotografierte Platz in Opatija ist die „Jungfrau mit der Möwe“

Es ist das Wahrzeichen von Opatija. An ihrer Stelle stand einst eine Marienstatue. „Madonna del Mare“, die zum Gedenken an den Baron Kesselstadt und seiner Geliebten, der Gräfin Fries, errichtet wurde. Beide sind 1891 in den Wellen des Meeres, unweit der heutigen Statue, ertrunken. So steht es im „Goldenen Gästebuch“, das in der Saison 1891 begonnen wurde. Die Marienstatue wurde, aufgrund witterungsbedingter Beschädigungen, 1951 entfernt. Eine Kopie von ihr steht neben der Jakobskirche.

1956 kam an die selbe Stelle die “Jungfrau mit der Möwe“.  Diese Skulptur des kroatischen Künstlers Zvonko Car ist Anziehungspunkt für BesucherInnen aus aller Welt. Über sein Modell hüllte der Künstler sich diskret in Schweigen. Von hier aus schlendert man weiter, vorbei an der Kirche und kommt zur  Villa und Park Angiolina.

Die Kamelien Blüte im Frühling ein einzigartiges Erlebnis.

Die Kamelien von Opatija.

Blumen wurden schon seit jeher symbolisch verwendet und dienten als stille Botschafterinnen. Die Kamelie steht für Reichtum und Glanz. Sie war die Blume der Aristokratie und der reichen BürgerInnen. Die ersten Kamelien von Opatija waren rot. Ihr Name, „Camellia Japonica“, stammte aus Dresden und nicht, wie fälschlicherweise angenommen,  aus Japan. Im königlichen Gewächshaus in Pillnitz bei Dresden, wurde diese Kamelie von den Gärtnern des „Botaniker König“, Friedrich August II gezüchtet. Nach Abbazia kam diese edle Blume als Geschenk für die Familie Iginio Scarpa.

Heute blühen im Park neben den roten Kamelien auch andere Kamelien Arten. Man sollte sich Zeit lassen für die Besichtigung des Parks und seiner Vielfalt an Gehölzen und Bäumen aus aller Welt.

Inmitten des Parks steht die Statue des großen Förderers Abbazias, Friedrich Julius Schüler.

Nicht entgehen lassen sollte man sich den Weg hinaus nach Volosko.

Vorbei am wunderschönen Hotel Miramare, wo man durchaus noch einen Zwischenstopp auf der Hotelterrasse zum Lunch – auch für Nichthotelgäste möglich – einlegen kann.  Tipp: An der Rezeption kann man das Buch die „Kamelie von Opatja“ erwerben. Dieses wirklich liebevoll gestaltete Büchlein erzählt die Geschichte Abbazias und seiner Kamelien und wurde vom Hotelier selbst herausgegeben.

Eine Reise bekommt für mich zusätzlich Spannendes, wenn ich mich in die Geschichte, Kultur, Menschen und „Geschichten“ eines Ortes an dem ich mich gerade befinde, einlese. Das Cafe des Hotels Milenij, inmitten der Stadt, ist ein würdiger Ort dafür.

Zurück auf den Lungomare. Der Weg führt ab dem Hotel Miramare weiter und ist weniger frequentiert. Bis zum Ausgangspunkt der Kaiser-Franz-Josef Promenade sind es noch gemütliche 45 Minuten. Biegt man nach der Gedenktafel um die nächste Häuserecke, tut sich plötzlich der kleine Hafen des malerischen Fischerortes Volosko auf. Am Ende des Hafens gibt es ein tolles Fischrestaurant. Über schmale Stufen steigt man hinauf in das Ortsinnere , wo Ateliers und kleine Kunsthandwerksläden auf die BesucherInnen warten. Der Traumblick auf den Hafen und auf die Adria, ladet zum Fotoshooting ein.

Mehr über meine Wanderreisen nach Opatija und Istrien

Rucksackgeschichten in Büchern

Wandern im Herzen Istriens  in einem meiner nächsten Blogs

 

Warum ich so gerne allein reise

„Ich brauch Tapetenwechsel sprach die Birke und macht sich in der Dämmerung auf den Weg.“

Allein auf Reisen zu gehen, dazu noch als Frau, wird nach wie vor als „Sonderbar“ eingestuft und ruft die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Ja, ich bin Single und ja, ich wandere und reise am liebsten allein. Na und? Selbst in meinem näheren Umfeld stoße ich immer wieder auf Unverständnis und auf völlig überflüssige Kommentare wie: „Vielleicht lernst du da einmal jemanden kennen“. Zum wiederholten Mal und damit es endlich schriftlich festgehalten ist: Ich reise nicht allein, weil ich jemanden kennenlernen will und ich reise nicht allein, weil ich keine Begleitung habe. Ganz im Gegenteil. Ich mache mich sogar still und heimlich auf, um nicht in  Verlegenheit zu geraten, eine angebotene Reisebegleitung dankend ablehnen zu müssen.

Ich reise allein, weil ich es liebe und ich leidenschaftlich gerne allein reise. Punkt. Die meisten Menschen, vor allem Frauen die allein reisen, werden mir das bestätigen. Allein unterwegs zu sein heißt voll und ganz bei sich zu sein, sich unendlich frei zu fühlen, unabhängig zu sein, selbstbestimmt zu sein usw. usf. Man braucht keine Kompromisse eingehen, nicht über die Wahl des Lokals diskutieren, kann spontan ein anderes Tagesprogramm wählen, um 6 Uhr aufstehen ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen und dann um 21 Uhr schlafen gehen. Aber diese aufgezählten Gründe sind es nicht allein. Reist man allein, nimmt man die Umgebung viel intensiver wahr und man kommt mit Menschen leichter ins Gespräch. Man ist offener und findet relativ rasch neue Bekannte, um diese wieder ziehen zu lassen, wenn die Zeit gekommen ist. Man ist fern von allen Rollen des Alltags.

 Allein reisen heißt nicht einsam zu sein. Allein reisen heißt, die Welt in ihrer Vielfalt und Schönheit richtig gut wahrzunehmen und zu entdecken.

Ich mache keine großartigen Fernreisen oder Abenteuerreisen. Europa hat so viel zu bieten und es ist einigermaßen sicher. Sich einfach für ein paar Tage aufzumachen, sich in den Zug setzen, mit dem Ziel ans Meer zu fahren, ist schon ein kleines Abenteuer. So geht z.B. ein Zug täglich von Wien nach Ljubljana und von dort fährt die Karstbahn weiter nach Koper. Die Fahrt mit der Bahn durch den Karst ist etwas Einzigartiges. Die vielen kleinen slowenischen Orte, deren Namen wie eine Litanei klingen. Wenn dann der Zug am Karstrand hoch oben dahinpfeift und gegenüber die Sonne wie ein Feuerball untergeht, hat man plötzlich dieses besondere Gefühl, als würde die Welt einen Augenblick den Atem anhalten.

Das ist intensives, spürbares SEIN. Jedenfalls für mich. Kaum jemand schaut sich Koper an. Eine attraktive Küstenstadt mit einer malerischen Altstadt, die von einem Speckgürtel, bestehend aus Einkaufszentren und Industriehallen, umgeben ist. Hat man diesen hässlichen Außenring überwunden, findet man sich in der venezianisch geprägten Altstadt wieder. Das berühmte Caffe‘ Loggia Kavarner. Die Loggia ist aus dem 15. Jahrhundert und das Cafe‘ ladet mich ein, das Buch:“ Mein Karst“ von Scipio Slapater anzufangen, der mit anderen Denkern und Dichtern in diesem Cafe‘ Stammgast war.

Das ist es, was ich so am Alleinreisen liebe. Voll und ganz in die Geschichte, die Literatur und die Architektur eines Ortes einzutauchen. Meine BegleiterInnen sind Bücher, Biografien und Reiseliteratur.

Zugegeben, man ist einen ganzen Tag nach Koper mit der Bahn unterwegs und der realistische, moderne und gestresste Mensch, der Erholung sucht, sagt zu Recht, dass man bereits in 4 Stunden dort sein könnte. Aber es geht hier nicht um das Ziel, sondern um den Weg. Hier bekommt das Lao-Tse-Zitat „der Weg ist das Ziel“ eine nachvollziehbare Bedeutung. Es ist ein anderes Gefühl des Reisens. Sich langsam von daheim entfernen, um sich langsam dem Ziel anzunähern. Das Beobachten anderer Fahrgäste im Zug oder die Menschen in den Bahnhöfen und auf den Feldern. Landschaft und Gedanken verschmelzen plötzlich und unbemerkt.

Wenn du es ernst meinen solltest mit dem „Runterkommen“, dann mach dich auf Reisen, wie es schon Künstler und Dichter, wie z.B. Goethe einst taten. Letzterer klagte sogar, „dass die Kutsche zu schnell fahre und sein Geist mit dem Tempo nicht mithalten könne“.

Als Frau allein unterwegs habe ich natürlich ein Smartphone dabei und checke mir über das Internet mein Quartier. Diese durchaus frauenfreundlichen Erfindungen ermöglichen es mir, gute Quartiere zu guten Preisen zu bekommen. Ebenso ist es angebracht ein Navigationsapp zu haben und sich damit zurechtzufinden. Here Map hat sich gut bewährt und Google Map sowieso. Komme ich in der Nacht an, so nütze ich immer ein Taxi. Allein reisen heißt nicht, dass ich übermütig bin. Es heißt auch nicht, dass ich außergewöhnlichen Mut habe. Es heißt vielmehr achtsam zu sein und wachsam. Allein essen zu gehen wird auch von vielen gefürchtet. Ich persönlich suche mir die besten Lokale aus, weil ich ein Land auch über die Kulinarik kennenlernen will. Außerdem bin ich Genießerin. Selbstbewusst ein Lokal zu betreten und nach einem schönen Tisch zu verlangen, war für mich noch nie ein Problem. Ich habe nur gute Erfahrungen damit und mir wurde außerhalb von Österreich noch nie ein Tisch neben Klo, Küche oder Ausgang angeboten. Innerhalb von Österreich muss man sich als Frau manchmal behaupten, um sich Respekt zu verschaffen. Apropos‘ Respekt. Den habe ich mir spätestens dann erworben, wenn ich kundig ein 3-Gänge Menu‘ mit entsprechendem Wein bestellt habe.Ich schreibe auch auf Reisen und deshalb sind Schreibstift und Schreibheft ständig dabei. Und wenn ich nicht gerade meine Umgebung beobachte, schreibe oder lese ich zwischen den Gängen.

Sollte ich wirklich einmal das Bedürfnis haben, etwas mit anderen zu teilen, dann gibt es ja noch Facebook. Da ich eine Früh-Schlafengeherin bin, ziehe ich mich nach dem Abendessen bald  in mein Zimmer zurück und lese noch in meinem E-Book-Reader. Auch diese Erfindung ist genial auf Reisen. Man hat eine ganze Bibliothek dabei.

Leichtes Gepäck, ich reise nur mit Rucksack, ist sehr zu empfehlen. Nicht nur weil man die Hände frei hat, wenn man z.B. mit dem Navi durch die Stadt geht, sondern man ist als Backpackerin sofort Teil einer „Community“ und findet schneller Anschluss.

Bis bald!

Zu den Büchern Rucksackgeschichten

 

 

Businesstrip oder Pilgerreise?

Abschrift des Verlagsblogs Novumverlag

Proviant und Ballast aus ihrem eigenen Leben hat Novum Autorin Ingeborg Berta Hofbauer geschickt in ihrem Buch „Rucksackgeschichten” verpackt. Wer lernen will, wie Mut geht, wirft einen Blick in die Anleitung zur Mutkompetenz.

„Ich danke allen, die versucht haben, mich zu entmutigen, denn durch sie habe ich den Mut bekommen, meinen Weg zu gehen, meiner inneren Stimme zu vertrauen und mein Potenzial zu erkennen.“ Das Patent für das Wort „Mutkompetenz“ hat Ingeborg Berta Hofbauer mit ihrem Buch „Rucksackgeschichten“ erworben. Die Autorin schildert auf 148 Seiten, wie ihr der Brückenschlag von der Karrierefrau zur Pilgerin gelungen ist und wie man die innere Mitte findet, ohne dabei die Balance zu verlieren.
Um Frieden zwischen ihren, wie sie selbst sagt, „zwei Seelen“ stiften und unvereinbare Wünsche doch noch einen zu können, musste sie allerdings erst zwei spirituelle Pfade beschreiten – ihren Lebensweg und den Jakobsweg, vom Fuße der Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Was ihre Pilgerreise sie gelehrt hat, gibt die Unternehmensberaterin und Reisebegleiterin in ihrem Buch speziell jenen Lesern weiter, die ihren Weg schon gefunden haben, aber immer noch nach der Richtung fragen. In ihren Rucksackgeschichten teilt Hofbauer Alltagsballast, Reiseproviant aus dem Berufs- und Gepäck aus dem Freizeitleben mit Mitreiseanwärtern. Seite für Seite gewährt die novum Neuautorin Einblick in ihren Erfahrungsschatz und lehrt dabei nicht nur viel übers Annehmen, Loslassen, Anpacken und Glücklichsein, sondern auch über Skills, die helfen, Alltägliches zu meistern. Bezugnehmend auf Episoden aus ihrem eigenen Leben verrät sie so zum Beispiel, wie man mit den richtigen Kommunikations-, Verkaufs– und Vermarktungstricks an sein persönliches Ziel kommt und Träume verwirklicht. Rucksackübungen am Ende jedes Kapitels erheben den neuen Wissensfundus vom Theorie- in den Praxisstatus.

Wer zwischen den Zeilen liest, wird aber schnell erkennen, dass das neue Anwendungswissen wesentlich weiter reicht als nur bis zu Daily Routine Management Tools.

Indem Ingeborg Berta Hofbauer ihre Schüler anweist, ihre Träume statt in ein „Entweder-Oder“-Denken in ein „Sowohl-als-auch“-Schema zu betten, macht sie Mut zu neuen Denkmustern. Destruktiven Glaubenssätzen wie „Ich habe keine Zeit“ nimmt sie mit eloquenter Einfachheit den Schrecken:

„Bei näherer Betrachtung stellen wir fest, dass Zeit das einzige Gut ist, das gerecht verteilt ist. Jeder Mensch hat 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Somit ist der Glaubenssatz „Ich habe keine Zeit“ falsch. Eine gute Möglichkeit, sich selbst auf die Spur zu kommen, ist, das Wort „Zeit“ durch das Wort „Leben“ auszutauschen. Klar und ehrlich ist Ihre Aussage, wenn Sie formulieren: „Ich habe keine Zeit für…“ Damit signalisieren Sie deutlich, dass Sie andere Prioritäten haben, und um diese geht es letztendlich.“

Ihr Wissen über den Wert von Zeit, Tempo und Entschleunigung, das sie unter anderem auf ihren Pilgerreisen erlangt hat, fließt auch in die dazu passende Rucksackübung ein, die Sie am besten gleich selbst in der Praxis testen:
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„Die Dyade oder der Tiefendialog“

Schreiben sie die folgenden Sätze auf zwei Zettel. Einen davon geben Sie Ihrem Partner.
• „Sag, für wen oder was in deinem Leben möchtest du mehr Zeit?“ „Danke!“
• „Sag, wer oder was hindert dich daran, diese Zeit zu finden?“ „Danke!“
• „Sag, was musst du tun, um diese Hindernisse zu überwinden?“ „Danke!“
• „Sag, welche Entscheidungen musst du dafür treffen?“ „Danke!“
Spielregel:
Suchen Sie einen ungestörten Platz oder gehen Sie spazieren. Lesen Sie den ersten Satz vor und lassen Sie den Anderen ungestört sprechen. Unterbrechen Sie nicht, sondern hören Sie schweigend zu. Ihr Partner gibt Ihnen ein Zeichen, dass er fertig ist. Daraufhin sagen Sie „Danke“ und lesen den nächsten Satz vor, hören zu und nachdem Ihr Partner fertig ist, sagen Sie wieder „Danke“ und lesen den dritten, dann den vierten Satz vor. Sind Sie mit allen vier Sätzen durch, tauschen Sie die Rollen. Nun sind Sie an der Reihe zu antworten und Ihr Partner liest die Sätze vor. Sobald Sie den ersten Durchgang beendet haben, tauschen Sie wieder die Rollen und wiederholen Sie denselben Vorgang noch zwei weitere Male. Jeder von Ihnen geht dreimal komplett die gesamte Übung durch.
Sie werden sehen, wie umfangreich man ein Thema auf diese Weise beleuchten kann und zu welchen tiefen Erkenntnissen man kommt.
Diese Übung können Sie zu jedem beliebigen Thema machen, wenn Sie die Fragestellung nach dem obigen Muster konstruieren.
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Noch mehr Übungen, die Mut zum Zuhören, zur Offenheit, zum Sich-Ausprobieren – kurzum: zum Leben – machen, finden Sie in Ingeborg Berta Hofbauers Buch „Rucksackgeschichten“.

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