Monat: März 2016

Mut zum eigenen Traum – Erfahrungen einer Autorin

Wer „keinen Namen“ hat und in den Medien nicht präsent ist, hat in Österreich keine Chance, in gewisse Kreise aufgenommen zu werden. – Oder doch?

Gedanken zur Buchmesse Leipzig 2016

P1030534

Eine frischgebackene Autorin marschiert mit ihrem Erstlingswerk selbstbewusst in eine Buchhandlung und möchte den Geschäftsführer sprechen. Dieser signalisiert mit jeder Faser seines Körpers sein Bemühen, die Dame möglichst rasch wieder loszuwerden. Seine Mimik spricht Bände, während er das Buch als Daumenkino benutzt und die Seiten rasant durchblättert.

„Wissen Sie, nicht dass Sie mich falsch verstehen, aber Sie haben halt keinen Namen“, sagte der Buchmensch von oben herab.

Die Autorin ist irritiert-schließlich hat sie sich doch gerade mit Vor- und Nachnamen vorgestellt.“Es lassen sich heutzutage nur mehr Bücher von bekannten Autoren verkaufen. Es sein denn, Sie werden in den Medien besprochen, sind Spitzensportler, Spitzenkoch oder sonst irgendein ein Star.“

Selbst für Schmankerln wie kostenlose Lesungen, Übernahme der Marketing- und Werbekosten etc. bleibt der gute Mann gänzlich unempfänglich. Er hat kein Interesse an einer unbekannten Autorin. Sein Entscheidungskriterium ist der Gewinn, den er mit einem Buch machen kann und diese Möglichkeit schließt er mit dieser „namenlosen“ Autorin von vorn herein aus.

Diese Geschichte ist lediglich ein Beispiel von vielen. Wenn Sie sich jemals irgendwo als Künstler oder Künstlerin, als Berater oder freischaffender Kreative beworben haben, können Sie diese Szene der Autorin und des Buchmannes mit Leichtigkeit auf Ihr eigenes Betätigungsfeld übertragen.

Auf den ersten Blick erscheint diese Situation irgendwie verfahren: Wer bekannt ist, wird wohl kaum „Klinkenputzen“ gehen und wer unbekannt ist, der bekommt keine Chance. Also muss irgendwo dazwischen der Schlüssel liegen, der das Tor zur Bekanntheit, zu einem „Namen“, aufschließt. Diesen Schlüssel gilt es zu finden!

Der symbolische Buchmann ist nicht das Problem! Er erfüllt lediglich seinen eigenen Part in dem Spiel- und so gesehen ist sein Vorgehen durchaus nachvollziehbar und in Ordnung. Jammern, schimpfen, Frust und letztendlich Resignation „man hat eh keine Chance, deshalb lasse ich es einfach sein“ bringen einem da auch nicht wirklich weiter. Die Aufgabe, vor der alle „Namenlosen“ stehen, sobald sie diesen Zustand ändern möchten, lautet nicht: „Wie zwinge ich mein Gegenüber im Rahmen der österreichischen Rechtsordnung dazu, mein Projekt zu „kaufen“?“, sondern:

„Wie bringe ich die potenziellen Kunden und Kundinnen dieser Person dazu, nach meinem Projekt zu fragen?“

P1530480

Die Erkenntnis, die Sie aus einer solchen urprünglich äußerst demotivierenden und mitunter sogar demütigenden Szene erlangen können, ist in Wahrheit unbezahlbar-wenn Sie sie nutzen!

Sie werden es schon geahnt haben. Ich war diejenige, die so „naiv“ (französisch naif = kindlich, ursprünglich) war und diese Erfahrung mit ihrem Erstlingswerk gemacht hat. Diese Erfahrung hat mich zu einer geänderten Fragestellung geführt:

„Was muss ich tun, dass die Kundinnen und Kunden des Buchhändlers nach meinem Buch fragen?“.

Daraufhin habe ich meine Verkaufsstrategie für mein erstes Buch geändert. Innerhalb von 6 Monaten verkaufte ich 1000 Stück. Ich habe zwar noch immer keinen „Namen“, aber ich habe immerhin mit diesem Verkaufserlös mein zweites Buch finanzieren können, das ich in einem Verlag herausbringen konnte und dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesser steht. Rucksackgeschichten – Anleitung zur Mutkompetenz

Die Erfahrungen, die ich bei der Vermarktung meines ersten Buches, Rucksackgeschichten – Anleitung zum Selbstcoaching gemacht habe, sind in einem Selbstcoaching Katalog eingeflossen, der inzwischen von vielen Menschen angefordert wird, die ebenso in „Erscheinung“ treten wollen.

Mein zweites Buch Rucksackgeschichten soll Mut machen die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Viele Geschichten von meinen Solowanderungen kreuz und quer in Europa und viele Geschichten von meiner Arbeit als Beraterin sind darin erzählt. Tipps für den Aufbau eines eigenen Business ergänzen das Lesevergnügen.

Ihre Ingeborg Berta Hofbauer Autorin und Gründerin der Marke Rucksackgeschichten®

P1030301

Das Leben ist eine Pilgerreise

Brich auf, gehe los, lass das Alte hinter dir und schau nach vorn! Das Ziel, es ist noch weit entfernt. Du siehst es nicht, aber du spürst seine Kraft. Verheißungsvoll zieht es dich an und gibt dir die Kraft weiterzugehen.“ (Ingeborg B. Hofbauer Jakobsweg 2007)

 

Video über die Pilgerbegleiterin Ingeborg Berta Hofbauer

Pilgern! Mein Herz wird sofort berührt wenn ich dieses Wort höre und eine tiefe Sehnsucht ergreift mich.

Als ich 2007 zu meiner ersten Pilgerwanderung, von S. Jean Pied de Port am Fuße der Pyrenäen aufbrach, mit dem Ziel, 4 Wochen später in Santiago de Compostella zu sein, suchte ich weder Gott, noch hatte ich eine schwere Krankheit, noch war ich unglücklich. Mich trieb eine Sehnsucht, die ich nicht benennen konnte und äußere Umstände (eine Mongoleireise, die ich ursprünglich gebucht hatte, wurde abgesagt) führten dazu, dass ich die dafür reservierten Urlaubswochen dafür nützte, um  spontan auf den Jakobsweg  aufzubrechen.

Gott brauchte ich nicht zu suchen, denn in mir war bereits von Kindheit an, ein tiefes Vertrauen in eine göttliche Dimension eingepflanzt. Dieses Vertrauen half mir bereits am ersten Tag, wo ich allein bei Nebel und Regen über die Pyrenäen stapfte. Wie von unsichtbarer Hand geführt, erreichte ich wohlbehalten mein Ziel Roncevalles.

So glücklich und frei wie in diesen Wochen, war ich niemals zuvor in meinem Leben, sehr wohl aber viele Male danach. Das Pilgern wurde zu einem festen Bestandteil meines Lebens.

Der Pilger, die Pilgerin (lat.:peregrinatus=Fremder) heißt, als Fremde/r in der Fremde unterwegs sein.

Eine tiefe Verbundenheit und Betroffenheit spüre ich, wenn ich an die vielen Flüchtenden denke, die sich voller Hoffnung auf den Weg in die Fremde machen, um Schutz zu finden. Mir begegneten auf meinen vielen Pilgerwegen durchwegs positiv gesinnte Menschen, die mich herzlich willkommen hießen. Was ist der Unterschied zwischen mir und den vielen anderen Menschen, die derzeit nach Europa unterwegs sind? Ich vermute es ist der Umstand, dass ich meine Unterkunft bezahlen kann und am nächsten Tag wieder weiterziehe?

Das Pilgern ist meine persönliche Therapie, die ich regelmäßig in Anspruch nehme. Das Gehen in der Natur, vor allem auch im Wald (Tipp: Der Biophilia Effekt von Clemens G. Arvay) hat eine (messbar) heilende Wirkung auf mich.

Sobald ich merke, dass ich die Welt um mich herum nicht mehr aushalte, mache ich mich auf den Weg. Es ist auch das Ziel, das mir immer wieder die Kraft und Motivation gibt, aufzubrechen. Beim Pilgern wie auch im Leben.

Auf der Via Porta in Thüringen begegnete ich einem Paar aus Österreich. Ich erzählte begeistert und mit offenem Herzen von meinen Pilgerwegen. Die Frau machte folgende Bemerkung: “Jeder sammelt etwas, du also Pilgerwege“. Ich konnte darauf nichts erwidern, denn ich musste diesen Satz erst wirken lassen und darüber nachdenken.

„Nein“ ich sammle keine Pilgerwege weiß ich heute. Das ist im Sinne von haben wollen und ansammeln und das mündet meist in drückenden Ballast oder in Verpflichtungen. Ich suche nicht die Wege die ich gehe, die Wege finden mich. So auch die Via Porta, von deren Existenz ich, bis ein paar Monate vor meinen Aufbruch, nichts wusste.

Ebenso hat mich der Weg durch Slowenien, nach Triest ans Meer gefunden. Dazu hat mich meine Urgroßmutter Ernestine, die ich leider nie kennenlernen durfte, inspiriert. Als ledige Tochter einer slowenischen Dienstmagd im damaligen kaiserlichen Triest, wurde sie (1864) in einem Triestiner Krankenhaus geboren und in einem Kloster als Findelkind abgegeben. Sie wuchs in Skofja Loka auf und machte sich mit 20 Jahren (1884) mutig und allein auf den Weg in die Obersteiermark, um beim Bahnbau Arbeit zu finden. Eine schöne Geschichte. Doch welches Leid, welche Verletzungen und welche Demütigungen hinter diesem Mut gestanden hatten, bleibt der Phantasie überlassen. Ich konnte es leider nie in Erfahrung bringen. Unsere VorfahrInnen haben über diese Dinge geschwiegen oder wurden nicht danach gefragt.Ernestine fand nicht nur Arbeit, sondern auch meinen Urgroßvater und somit war mein Familienstammbaum begründet. Diesen Weg meiner Urgroßmutter, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung spüre, wollte ich zurückgehen und fand tatsächlich eine Wegbeschreibung durch Slowenien nach Triest, vom Tiroler Autor Gerhard Pilgram.

Das Pilgern ist die beste Art die eigene Biografie aufzuarbeiten.

Beim Gehen steigen jene Themen aus dem Inneren hoch, die geheilt und wahrgenommen werden wollen. Es gibt Tage beim Pilgern, da heule ich stundenlang vor mich hin und fühle mich danach leicht und frei…und…geheilt. Doch nicht nur traurige Erinnerungen kommen hoch, sondern auch schöne und stärkende Geschichten werden wieder bewusst und können Wegweiser für die Zukunft sein.

Das Pilgern ist die beste Form der Reflexion.

Alle großen Veränderungen in meinem Leben, angenehme wie unangenehme, habe ich auf diese Art und Weise bewältigt und gelöst. Als ich mit 54 Jahren merkte wie sich mein Körper langsam veränderte und ich mich plötzlich mitten in den Wechseljahren wiederfand, geriet ich in Gefahr in eine depressive Phase abzugleiten. Ein Grund sich wiederum aufzumachen, mit dem Ziel, meinen inneren Frauen zu begegnen. Dem kleinen Mädchen, der jungen Frau, der reifen Frau und Mutter. Auf dieser Pilgerwanderung lernte ich die weise Frau in mir kennen und verliebte mich in sie.

Seitdem kann mich (frauenfeindliche) Werbung, die uns mit ihren Produkten ewige Jugend und Schönheit verspricht, nicht mehr verunsichern. Ich empfinde sie  verlogen und lächerlich.
Ich habe die starke weibliche Kraft in mir entdeckt. Niemals zuvor in meinem bisherigen Leben habe ich mich so unverletzlich und selbstbewusst gefühlt wie jetzt.

Ich  hege ich den Verdacht, dass diese o.e. Werbung darauf abzielt, uns dieser weiblichen Urkraft zu berauben. Die Werbung zielt darauf ab, uns Frauen von Produkten und künstlichen Schönheitsidealen abhängig zu machen und treibt uns dadurch in eine Konsumabhängigkeit.

Und während ich diesen Satz schreibe ruft mich aus Lugano in der Schweiz eine Telefonverkäuferin an und fragt welche Schönheitsprodukte ich verwende. Ich fasse es nicht. Kann das Zufalle sein?

Wir Frauen müssen auf der Hut sein und wir müssen lernen uns wieder unserer urweiblichen Kraft zu besinnen. Die Strategie der Kosmetikindustrie, Frauen schon ab jungen Jahren zu Junkees von Schönheitsmitteln und -operationen zu machen und ihnen bei Verweigerung zu vermitteln, dass sie erfolglos, hässlich und dadurch zu Menschen zweiter Klasse werden, ist diskriminierend und ist geradezu eine Verletzung unseres Menschenrechts.

Laut den Äußerungen eines Möchtegernpolitikers und Milliardärs sind wir nämlich auch Menschen

Ich färbe meine Haare seit meinem 54. Lebensjahr nicht mehr. Einige wenige Geschlechtsgenossinnen begegneten mir mit Kritik und Ablehung. Die Rückmeldung von anderen Frauen,wie sehr ich dadurch zu ihrem Vorbild geworden sei, ist mehr als ermutigend.

Beim Pilgern ist man vollkommen im „Hier und Jetzt“. Man bewegt sich in einer Parallelwelt. Wobei diese Parallelwelt viel intensiver und die Wahrnehmung viel schärfer ist, als  es im Alltag oft möglich ist.

Kürzlich sagte ein guter Freund: „Jeder findet seine Fluchtmöglichkeiten. Du beim Pilgern ich beim Malen.“ Ich musste nicht lange nachdenken, bis ich ihm antworten konnte:“Einspruch, das ist keine Flucht mein Lieber, das ist mein Leben. Ich bin Pilgerin nicht nur auf den vielen Wegen die ich gehe, sondern Pilgerin auf meinem  Lebensweg“.

Das was uns von Herzen erfüllt kann niemals Flucht sein, sondern es ist das, was uns bestimmt ist zu sein.Es ist das Bild, das Gott von uns hat und das ihm/ihr gefällt.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén